Tod auf der Fähre (Anne Gold)

Tod auf der Fähre - Anne GoldFrancesco Ferrari ist Kommissär bei der Polizei der Stadt Basel. Nur da gibt’s in der Schweiz noch polizeiliche Kommissäre. Und in Basel spielt auch die Geschichte, die sich die Autoren, die hinter dem Pseudonym Anne Gold stecken, ausgedacht haben. Auf der Rheinfähre wird frühmorgens ein Toter entdeckt, der sich als berühmter Künstler herausstellt. Mehr weiss der Leser nicht. Und die Polizei auch nicht.

Ferrari muss den Fall übernehmen und seine ohnehin geringe Motivation sinkt, sobald er erfährt, in welchen Kreisen der Künstler Brehm verkehrte. Reichtum und Macht strahlt von der alteingesessenen Basler-Pharma-Familie aus, die rasch ins Visier der Ermittlungen kommt. In dieser Welt zwischen Sein und Schein fühlt sich der liebenswerte und sympathische Kommissär nicht nur überhaupt nicht wohl, sondern auch nicht so richtig zurecht. Arroganz, Intrigen und Eifersucht – daraus lässt sich ein netter Motiv-Cocktail mixen. Doch Ferrari findet nur sehr spärlich Spuren, die scheinbar zum Ziel führen, um nur kurz danach festzustellen, dass doch alles anders ist.

Ein erfrischender Krimi mit einem sympathischen Ermittler. Francesco Ferrari ist fast wie du und ich, kämpft mit der pubertierenden Tochter der Freundin zu Hause, dem mediengeilen Staatsanwalt und dem Chef im Büro und, als wäre das nicht genug, wird er auch noch verwirrt von lauter Verdächtigen, die offen und ehrlich sagen, dass sie den Tod von Brehm nicht bedauern.

Der Leser mit etwas Fantasie könnte dem Täter auf die Schliche kommen bzw. erahnen, wer den Mord verübte. Aber Ferrari tappt über viele Kapitel völlig im Dunkeln und ist erst durch ein Geständnis, das völlig aus heiterem Himmel kommt, in der Lage, den Fall zu schliessen. Das ist eigentlich noch verständlich. Weniger einleuchtend ist jedoch, weshalb Ferrari eine andere Person allen Ernstes so stark verdächtigte, dass er sie verhaften wollte.

Die Autoren schreiben nur die Geschichte von Ferrari, der Leser erfährt also nichts aus Sicht von Täter, Verdächtigen etc. Wäre das der Fall, wäre sicher noch mehr Spannung und Verwirrung möglich gewesen. Andererseits wäre die Geschichte dann vielleicht auch (unnötigerweise) komplexer geworden.

“Tod auf der Fähre” ist der Auftakt zu einer mittlerweile (wenn ich richtig gezählt habe) zwölf Romane umfassenden Serie um den Basler Ermittler. Ferrari ist nicht der typische Ermittler und wirkt zum Teil etwas gar naiv. Aber gerade das Konfliktpotential zwischen Ferrari und der Stieftochter Nikki, dem Staatsanwalt und seinem Vorgesetzten geben der Geschichte zusätzlichen Pfiff. Und wenn auch “Tod auf der Fähre” sicher kein Thriller ist mit Gänsehautfaktor, so ist es doch ganz unterhaltsame und mitunter spannende Abendlektüre.

Der Fall ist für Ferrari lange überhaupt nicht klar. Für mich hingegen schon: Ich werde mir auch die weiteren Ferrari-Bände kaufen.

Meine Wertung:

 

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