Das Genessee-Komplott (Robert Ludlum)

Meine Güte, ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so lange an einem Roman hatte. Nicht, weil er besonders umfangreich wäre. Das Genessee-Komplott ist zwar kein Heftroman, besitzt aber auch keine epischen Dimensionen. Nein, der Grund ist anderswo zu suchen und ich überlege gerade, welche Worte am besten zutreffen, um die Situation zu beschreiben. Schwerfällig vielleicht, ja, das kommt der Sache nahe.

Die Idee hinter dem Plot ist an sich schon ziemlich komplex. Es geht um die Vermischung von Politik und Wirtschaft, an sich ein Thema, das nicht nur in den Sechzigern und Siebzigern der USA aktuell (und problematisch) war, sondern auch heute noch in Europa und anderswo zum Alltag gehört. Und in der Ausgabe, die ich las, hat Robert Ludlum auch ein längeres Vorwort geschrieben, was ihn damals zu diesem Roman bewegte.

Manchmal meine ich aber, dass es gerade für einen Roman durchaus angebracht wäre, die Dinge etwas einfacher darzustellen, als sie tatsächlich sind. Nicht selten war ich mir nicht sicher, ob

a) ich etwas überlesen hatte
b) ich zu dumm bin
c) Ludlum etwas patzte

Wie gesagt, die Idee für die Geschichte ist spannend und vielversprechend. Die Umsetzung ist für meinen Geschmack jedoch überhaupt nicht gelungen. Viel zu viele Personen, Namen und Funktionen. Viel zu viel Rahmengeschichte, die nicht wirklich nötig wäre. Viel zu viel „Unglaubliches“, das passiert, den Leser etwas ratlos zurücklässt, unrealistisch erscheint oder schlicht naiv ist.

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Die Hunde des Krieges (Frederick Forsyth)

Man fürchtet sich schon, dass die Sache gar nie mehr losgeht… Man liest und liest, das ganze Buch dreht sich um die Planung eines grossen Coups. Doch der lässt Seite um Seite, Kapitel um Kapitel auf sich warten. Am Ende werden die verbleibenden Seiten dermassen dünn, dass man schon fast damit rechnet, dass es gar nicht mehr zu Durchführung kommt.

Im Wesentlichen handelt es sich um ein paar Rambos mit Intelligenz, die einen Staatsstreich zu planen haben. Allerdings weiss das nur einer der Truppe. Denn dahinter stecken rein wirtschaftliche Überlegungen. So kommt dann auch der Urheber der Idee und Geldgeber aus der Wirtschaft.

Langweilig ist das Buch sicher nicht. Aber ich merke, dass ich mich irgendwie schwer tue mit dem für mich eher ungewohnten „älteren“ Schreibstil. Ist ja doch auch schon ein paar Jahrzehnte her, seit Forsyth seine Romane schrieb.

Beim Grossteil des Buches, der Planung des Coups, gefallen mir die Details, dafür fehlt irgendwie die richtige Spannung. Beim Action-Teil, dem eigentlichen Sturm des kleinen Staates, geht dann alles so schnell und wie geplant, dass man tatsächlich unweigerlich an Rambo und Konsorten denkt. Nicht so mein Ding, ehrlich gesagt.

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Ausgebrannt: Andreas Eschbach

Es ist unbestritten, dass Erdöl sowas wie der Wirtschaftsmotor unserer Zeit ist. Weniger einig ist sich die Menschheit in der Frage danach, wie lange die Vorräte noch reichen. Einerseits hat man vor zwanzig Jahren schon prophezeit, dass „es nicht mehr lange reicht“, anderseits scheint der Nachschub nicht akut gefährdet zu sein.

Der deutsche Autor Andreas Eschbach spielt in „Ausgebrannt“ mit der Mystik, die das Erdöl und die Geschäfte darum umgibt. Und er schildert ein Szenario, das nicht unwirklich scheint, wenngleich der Leser sich da und dort fragt, warum die Protagonisten einige Ereignisse oder Aussagen nicht mehr hinterfragen.

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