Mit der Vespa durch die USA (Motorliebe)

Ich hab’s ja erwähnt, zur Abwechslung gibt’s diese Woche mal etwas anderes, keinen Roman. Ein … ja, ein was eigentlich? Eine Mischung aus Bildband, Reisebericht und Roadstory.

Hinter dem Pseudony Motorliebe stehen ein Paar Freunde (im Buch scheinen es drei zu sein, gemäss Website sind es zwei) aus Deutschland. Wie der Buchtitel erahnen lässt, fahren sie mit ihren serienmässigen Vespas die knapp 9’000 Kilometer von Küste zu Küste durch die USA. Sie starten in Kalifornien und steuern das Ziel New York an. Begleitet werden sie von einem vierten Mann im Van, der zugleich als Schlafstätte wie auch mobile Werkstatt dient. Und letztere wird desöftern benötigt, wie dem Leser humorvoll mitgeteilt wird. Die Freunde berichten nämlich unter anderem auch von so ziemlich jedem technischen Defekt, der sie auf der Reise ereilt.

Darüber hinaus kommt selbstverständlich auch der Reisebericht nicht zu kurz. Auf sehr kurzweilige Art erzählen sie von den Eindrücken, die sie gewinnen, und von der gefahrenen Route. Zahlreiche, mitunter äusserst tolle Fotos, bringen die Eindrücke auch bildlich rüber. Auch bei den Bildern kommt der Humor nicht zu kurz, posieren die Freunde doch immer und überall, auch an den unpassendsten Orten, mit ihren nostalgischen offenen Helmen. Das lässt einen häufig unweigerlich schmunzeln.

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Der Tod macht niemals Urlaub (Angelika Wesner)

Eben noch hatte er (der Tod) eine Anhängerkupplung, schon findet er sich wieder auf einem Campingplatz ein. In Angelika Wesners Debut-Krimi ermittelt die SOKO Camping in einem seltsamen Mordfall im Camping-Umfeld.

Das Besondere an „Der Tod macht niemals Urlaub“ ist die Tatsache, dass es Frau Wesners Erstlingswerk ist und die Ideen dazu zumeist während des eigenen Campingurlaubs entstanden. Damit hat es sich aber auch mit den Besonderheiten. Denn als Krimi bietet der Roman (ca. 250 Seiten) wenig Umfang, wenig Spannung, wenig Kreativität.

Zwar basiert die Geschichte auf durchaus interessanten Überlegungen. Die Protagonisten des Camping-Krimis sind aber viel zu oberflächlich eingeführt, da entsteht keine stärkere Bindung des Lesers zu einzelnen Figuren.

Viel zu lange tritt die Handlung an Ort und Stelle, bietet dem Leser kaum einen Grund, zu spekulieren, mitzufiebern. Und wenn die Handlung einen Schritt weiter geht, geschieht das so selbstverständlich unverzüglich, dass sich der Leser fragt, ob das nicht spannender möglich wäre.

Was wohl als Stilmittel bewusst eingesetzt wurde, hat mich persönlich mehr gestört als gefreut: Immer wieder springt die Geschichte etwas zurück, unterbricht den Zeitfluss, um dann gleich wieder nach vorne zu eilen und da weiter zu machen, wo sie vorher stehen geblieben war. Das wirkte, als ob beim Schreiben was vergessen ging und einfach anschliessend erzählt wurde.

Fazit: Unterhaltsam war’s irgendwie schon, wirklich spannend nicht wirklich. Die Geschichte ist zu platt, den Figuren fehlen Tiefgang. Letztlich eher ein guter Schüleraufsatz als ein waschechter Krimi.

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Der Tod hat eine Anhängerkupplung (Bernd Stelter)

Ein seltsamer Titel für einen Blog-Eintrag. Auch ein seltsamer Titel für einen Roman. So heisst nämlich der Campingkrimi von Comedy-Altmeister Bernd Stelter, mir vor allem als Bestandteil von “Sieben Tage, Sieben Köpfe” in Erinnerung geblieben.

Was der Leser hier an Futter bekommt, hat wenig mit den klassischen Bestsellern im Krimi-Bereich zu tun. Klar, es gibt Tote, Verdächtige, und Polizisten. Man sucht Spuren, Motive und Beweise. Aber die eigentliche Geschichte wird wenig vorangetrieben, der Autor nutzt lieber Kleinigkeiten und Alltägliches, um mit viel Humor den Leser immer wieder daran zu erinnern: Hey, ich komme aus der Comedy-Ecke.

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