Schweiz

Solothurn trägt Schwarz (Christof Gasser)

Solothurn trägt SchwarzHinweis: Dies ist Band 1 der sogenannten Solothurn-Krimis von Christof Gasser. Es empfiehlt sich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Es wäre sinnvoll gewesen, die beiden bisherigen Solothurn-Krimis von Gasser in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Erstens geschieht im vorliegenden Buch die Einführung der Personen rund um den Kripo-Leiter Dornach angenehm, während im zweiten Band weitgehend davon ausgegangen wird, dass man die Jungs und Mädels kennt. Der Hauptgrund ist jedoch die Spannung. Wenn man schon weiss, dass Cranach, Pia, Manuela oder Maya am Leben bleiben, geht einige Spannung völlig unnötig flöten. Zumal man bei Gasser keinesfalls sicher sein kann, dass am Ende sowieso alle irgendwie davon kommen.

Spannung ist übrigens ein gutes Stichwort, wenn man “Solothurn trägt Schwarz” beschreiben will. Unglaublich, was Gasser mit seinem (angeblichen) Erstwerk schaffte. Eine wahnsinnig vielschichtige und trotzdem noch verständliche Geschichte, viel Dramatik, auch einiges an expliziter Brutalität, die einen da und dort leer schlucken lässt. Aber genau diese geschilderte unzensierte Gewaltdarstellung schafft die richtige Stimmung, um mit der Frau mitfühlen und verstehen zu können, die die Vergewaltiger, Mörder und Folterer ihrer Mutter einen um den anderen auf kaltblütige Art liquidiert.

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Weissenau (Peter Beutler)

Weissenau - Peter BeutlerMit seinem zweiten Roman “Weissenau” verarbeitet der Berner Oberländer Peter Beutler einen wahren Fall von Rechtsextremismus aus seiner Gegend zu einem spannenden Kriminalroman. Im Jahre 2001 wurde der Jugendliche Marcel von Allmen von Neonazis brutal umgebracht, weil er gegen den Ehrenkodex der Gruppe, bei der er selber Mitglied war, verstossen haben soll. Seine ehemaligen Kameraden schleppten ihn auf die Burg Weissenau (daher der Romantitel), prügelten ihn zu Tode und warfen die Leiche in den Thunersee. Die Medien berichteten verschiedentlich über diesen Mord und ihm vorausgegangenen Taten der Neonazi-Gruppierung, unter anderem die NZZ vom vierten Prozesstag. Das Opfer hat auch einen bescheidenen Wikipedia-Eintrag. Und der ganze Fall wurde ein paar Jahre später sogar in einer Doku verfilmt.

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Thurgauer Kriminalgeschichten (Hans-Peter Amherd)

Thurgauer KriminalgeschichtenDer Thurgau ist ein Schweizer Kanton im Nordosten des Landes, angrenzend an den Bodensee. Der Autor von “Thurgauer Kriminalgeschichten” hat bei der dortigen Kantonspolizei verschiedene Posten besetzt und war zuletzt Chefermittler. Im Buch berichtet er von den seltsamsten, aufsehenerregendsten und mitunter makabersten Fällen, die im Kanton Thurgau vorgefallen sind. Und das klingt irgendwie spannender als es tatsächlich ist. Aus mehreren Gründen.

Das Buch ist mit knapp über 160 Seiten eher dünn. In diesem überschaubaren Umfang sind ganze 14 Fälle erzählt. Dass man da seine Erwartungen in gewisser Hinsicht drosseln muss, ist klar. Jedem, der meinen Bericht hier liest, zumindest. Ich wusste im Vorfeld nichts davon.

Nun gut, der Autor und selbsternannte Schriftsteller konzentriert sich in den meisten Fällen auf einen prägnanten Schreibstil , der einem Polizeirapport ähnelt. Aus solchen hat Amherd auch die meisten Infos zu seinen spektakulären Thurgauer-Fällen. Diese gehen bis zu 80 Jahre zurück, verständlich, dass hierzu nur noch spärlich Details bekannt sind (wenn überhaupt). Deshalb erfährt der Leser auch kaum etwas zu der Polizeiarbeit, also dem Wie. Wie wurde der Fall gelöst, wie kam die Polizei dem Täter auf die Spur, wie wurde gearbeitet. Das ist schade, insbesondere weil ich genau darauf gehofft hatte.

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Jagdgeflüster (Sabina Altermatt)

Försterin Rea findet eine Leiche im Wald. An den Füssen kopfüber aufgehängt und wie ein Wildtier ausgenommen. Das ist schon mal eine krasse Idee als Romanaufhänger. Tatsächlich habe ich mir kurz überlegt, ob ich mir so starke Kost antun will. Aber ich habe mir vorgenommen, mehr Schweizer Autoren zu lesen und die Frau Altermatt wird ja stark gefördert, wie ein Blick auf ihre Seite vermuten lässt. Die Leiche entpuppt sich als die von Herrn Gemeindepräsident. Für dessen Nachfolge ist offenbar schon einer im Rennen. Zufall? Der mutmassliche Mörder ist auch schnell gefunden. Der Schuss, den der Gemeindepräsident glücklicherweise vor der Schlachtung abbekam, stammt von Marios Gewehr. Doch der streitet alles ab. Und eigentlich glaubt auch sonst niemand, dass er’s war.

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Söldner des Geldes (Peter Beck)

Peter Beck ist ein Schweizer Autor, von dem ich bislang nichts hörte. Damit ist er in bester Gesellschaft, denn ich meine generell, dass man zu wenig hört von Schweizer Schriftstellern. Bei meinem letzten Einkauf habe ich aber ein knappes Dutzend Bücher von CH-Autoren in den Warenkorb gepackt, und da war Beck eben auch dabei.
Sein Schreibstil, der manchmal fast telegrammähnlich daherkommt, ist gewöhnungsbedürftig. Für mich jedenfalls. Kurze Sätze mag ich. Wenn zwischen großen geographischen Hüpfern aber nur ein Satz liegt, finde ich das dann doch zu knapp.

Weniger sei mehr, sagt man. Bei Beck ist das manchmal des Guten zu viel. Immerhin muss man sich nicht durch absatzweise Umschreibungen quälen. Es geht zügig voran. Erstaunlich, dass Beck in diesem Stil trotzdem über 400 Seiten füllen konnte.

Mit wenigen Ausnahmen – die gerne etwas ausführlicher sein dürften – wird die Geschichte aus Sicht von Winter erzählt, so dass kaum zeitliche Sprünge gemacht werden.

Der knapp angebundene Schreibstil des Autors findet man auch in der Hauptfigur, Tom Winter, wieder. Eher wortkarg und mit vielen spontanen Gedanken ermittelt der zielstrebig.

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