Religion

Solothurn streut Asche (Christof Gasser)

Solothurn streut AscheSchon wieder ist es mir passiert: „Solothurn streut Asche“ ist der zweite Roman in dieser Reihe. Und einmal mehr fehlt der meines Erachtens dringend nötige Hinweis auf dem Cover des Buches. Ich versteh‘ das echt nicht. Sind dahinter Marketing-Überlegungen? So berühmt ist Herr Gasser ja nicht, dass ohnehin jeder wüsste, welche Band grad der aktuellste ist. Irgendwann kann mir das vielleicht jemand erklären. Ich ärgere mich einfach zu oft.

Nun, zum Buch. Die Geschichte spielt – tatata – in Solothurn. Und die Hauptfiguren sind Kommissar Dornach und sein Team, die rätselhafte Morde im Umfeld einer ominösen katholischen Sekte zu lösen haben. Was anfangs völlig zusammenhanglos erscheint, verdichtet sich dabei immer mehr zu einer gewaltigen Sache, deren Hintergründe die Protagonisten (und auch die Leser) in die Abgründe religiösen Wahns führen. Die Personen und Ereignisse in diesem Buch sind fiktiv. Aber als Leser zweifelt man keine Sekunde daran, dass dies genau so irgendwann an mehreren Orten geschehen ist.

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Goodbye, Jehova! (Misha Anouk)

Der Autor ist in einer Zeugen Jehovas-Familie aufgewachsen. Und damit hat er als Kind ein ziemlich anderes Weltbild vermittelt bekommen als der Grossteil der Gesellschaft. Regeln, Verbote und Ansichten der Sekte wurden ihm von klein auf indoktriniert.

Viele wissen vermutlich nicht viel mehr von den Zeugen Jehovas als dass sie in regelmässigen Abständen an der Haustüre klingeln, ein Gespräch oder ein paar Broschüren da lassen möchten.  Vieles, das man sonst über sie hört, scheinen eher übertriebene Gerüchte zu sein als wirklich der Wahrheit zu entsprechen. Da könnte man allerdings überrascht sein nach der Lektüre von Mischa Anouks Buch.

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Credo (Douglas Preston)

Fanatismus ist vermutlich immer schlecht. Religiöser sowieso. So auch in ‚Credo‘, einem Roman von Douglas Preston, in dem sich wütende Christen formieren und ein wissenschaftliches Projekt attackieren. So richtig mit Waffen und roher Gewalt, Mord und Tatschlag im Namen des Herrn. Warum? Weil eine Abfolge von Ereignissen dazu geführt hat, dass sie davon überzeugt sind, damit den Antichristen zu bekämpfen. Klingt abstrus, baut sich aber im Verlauf des Romans nachvollziehbar auf.

Und so ganz falsch liegen die Fanatiker auch gar nicht. Denn dieses wissenschaftliche Projekt entwickelt sich ziemlich anders als geplant. Irgendwie scheint man Kontakt zu einer übernatürlichen Macht aufgenommen zu haben. Ist das Gott? Jedenfalls nicht der Gott der Bibel. Oder nur ein Spass, der aus dem Ruder läuft?

Nicht ungeschickt zeigt der Autor Preston auf, wie einerseits eine Religion entstehen und wie sie sich anderseits zu einer öffentlichen Bedrohung entwickeln kann. Wie gesagt, Fanatiker sind immer eine Gefahr, egal um was es geht.

‚Credo‘ ist ein spannender Wissenschafts-, ja beinahe Religions-Thriller, der langsam anfängt und im typisch amerikanischen ‚big bang‘ endet. Dazwischen regt er doch ab und zu auch ein bisschen zum Nachdenken an und zeigt ziemlich schonungslos (wenn auch zwischen den Zeilen), wie Religionen funktionieren.

Meine Bewertung: (4 / 5)

 

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