Polizei

Im Sommer sterben (Michael Theurillat)

Im Sommer sterbenEin Zürcher Banker wird auf einem Golfplatz erschossen. Völlige Ahnungslosigkeit bei der Polizei. Kommissar Eschenbach, die Hauptfigur in Theurillats Erstlingswerk, übernimmt den Fall und kommt ewig nicht vom Fleck. Und diese gefühlte Ewigkeit für Eschenbach färbt irgendwie auch auf den Leser ab. Denn in Theurillat Debütroman “Im Sommer sterben” geschieht seitenweise so wenig, dass man es eigentlich getrost als ‘nichts’ bezeichnen könnte. Ganze Kapitel handeln von Ermittlungen, Gesprächen, Gedanken, die den Figuren zwar etwas Leben einhauchen und vielleicht auch ein wenig Zürcher Stadtstimmung vermitteln, die Geschichte an sich aber eigentlich nicht voran bringen.

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Abfahrt in den Tod (Marc Girardelli / Michaela Grünig)

Abfahrt in den TodDer professionelle Skirenn-Zirkus liefert in den Wintermonaten regelmässig seine Krimis. Dabei sind aber spannende Rennen gemeint, keine Anschläge, Drohungen, Erpressungen und Morde. Dass das Werk von Ex-Skifahrer Marc Girardelli (der vermutlich mehr des Namens wegen dabei war) und der Autorin Michaela Grünig in eben diesem Milieu spielt, ist sicherlich als sehr positiv (weil mal was anderes) zu werten.

Das ist aber das einzige wirklich Besondere im positiven Sinne. Ansonsten handelt es sich um einen zwar spannenden, aber doch eher durchschnittlichen Krimi. Der Aufhänger ist eine Drohne, die Profisportler Marc Gassmann bei seiner Abfahrt beinahe erschlägt. Eine Idee, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von dem vergleichbaren tatsächlichen Ereignis mit Marcel Hirscher inspiriert wurde. Sogar dessen Kommentar von wegen dichtem Flugverkehr wurde ins Buch übernommen.

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Wahre Lügen (Andreas Adlon)

Wahre Lügen - Andreas AdlonWie bitte? Eben noch im künstlichen Koma, dann heimlich aus dem Spital geflohen? Mein lieber Schwan, wer schon mal jemanden im künstlichen Schlafzustand gesehen hat, der weiss: Da haut man nach dem Erwachen nicht einfach mal eben ab. Da gibt’s erst eine Menge Arbeit mit dem Entfernen von Schläuchen, Infusionen und so Zeugs. Und auch dann ist mit Aufstehen meist längere Zeit nichts.

Das musste jetzt einfach mal gesagt sein. Aber jetzt der Reihe nach: Der zweite Adlon in Folge, die zweite Geschichte um die Polizisten Paul Schweigert und Lisbeth Eicken. Diesmal geht’s um das Thema Stalking. Julia Wilken meldet sich bei der Polizei, weil ihr Ex-Freund ihr nachstellt. Der wird aber kurz darauf ermordert, ohne dass das Stalking endet. Es geht nicht lange, da wird eine weitere Person brutal ermordert, die Julia kannte und sie heimlich begehrte.

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Blinde Rache (Leo Born)

Blinde Rache“Blinde Rache” von Leo Born spielt in Frankfurt. Es geschehen mehrere grausame Morde, bei denen die Opfer offensichtlich vorgängig gefoltert wurden. Die ersten Opfer kommen alle aus dem Milieu des organisierten Verbrechens. Darüber hinaus ist aber keine Gemeinsamkeit ersichtlich – ausser dass der Täter brutal vorging.

Die Hauptfigur in Leo Borns Roman, Mara Billinsky, ist neu bei der Frankfurter Polizei und wird mit der Klärung des ersten Mordes betraut. Aber ihr Vorgesetzter, der Mara von früher kennt, mag sie überhaupt nicht, ihre Kollegen genauso wenig. Und sie lassen sie das auch spüren. So konsequent, dass man sich als Leser wundert, warum der Autor die Frankfurter Mordkommission so schlecht hinstellt. Klar, die Mara ist offensichtlich ein seltsamer Vogel (und wird hinter ihrem Rücken auch Krähe genannt); läuft in schwarzen Klamotten rum, ist gepierct, eigenwillig und … merkwürdig hat.

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Thurgauer Kriminalgeschichten (Hans-Peter Amherd)

Thurgauer KriminalgeschichtenDer Thurgau ist ein Schweizer Kanton im Nordosten des Landes, angrenzend an den Bodensee. Der Autor von “Thurgauer Kriminalgeschichten” hat bei der dortigen Kantonspolizei verschiedene Posten besetzt und war zuletzt Chefermittler. Im Buch berichtet er von den seltsamsten, aufsehenerregendsten und mitunter makabersten Fällen, die im Kanton Thurgau vorgefallen sind. Und das klingt irgendwie spannender als es tatsächlich ist. Aus mehreren Gründen.

Das Buch ist mit knapp über 160 Seiten eher dünn. In diesem überschaubaren Umfang sind ganze 14 Fälle erzählt. Dass man da seine Erwartungen in gewisser Hinsicht drosseln muss, ist klar. Jedem, der meinen Bericht hier liest, zumindest. Ich wusste im Vorfeld nichts davon.

Nun gut, der Autor und selbsternannte Schriftsteller konzentriert sich in den meisten Fällen auf einen prägnanten Schreibstil , der einem Polizeirapport ähnelt. Aus solchen hat Amherd auch die meisten Infos zu seinen spektakulären Thurgauer-Fällen. Diese gehen bis zu 80 Jahre zurück, verständlich, dass hierzu nur noch spärlich Details bekannt sind (wenn überhaupt). Deshalb erfährt der Leser auch kaum etwas zu der Polizeiarbeit, also dem Wie. Wie wurde der Fall gelöst, wie kam die Polizei dem Täter auf die Spur, wie wurde gearbeitet. Das ist schade, insbesondere weil ich genau darauf gehofft hatte.

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