Militär

Im Sommer sterben (Michael Theurillat)

Im Sommer sterbenEin Zürcher Banker wird auf einem Golfplatz erschossen. Völlige Ahnungslosigkeit bei der Polizei. Kommissar Eschenbach, die Hauptfigur in Theurillats Erstlingswerk, übernimmt den Fall und kommt ewig nicht vom Fleck. Und diese gefühlte Ewigkeit für Eschenbach färbt irgendwie auch auf den Leser ab. Denn es geschieht seitenweise so wenig, dass man es eigentlich getrost als ‘nichts’ bezeichnen könnte. Ganze Kapitel handeln von Ermittlungen, Gesprächen, Gedanken, die den Figuren zwar etwas Leben einhauchen und vielleicht auch ein wenig Zürcher Stadtstimmung vermitteln, die Geschichte an sich aber eigentlich nicht voran bringen.

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Der Gandolfo-Anschlag (Robert Ludlum)

Der Gandolfo-Anschlag - Robert LudlumWär’s ein Film, würde man sowas wohl als Action-Komödie bezeichnen. Auf jeden Fall ist es kein typischer Ludlum, was wohl damals auch die Verleger dachten und den Roman unter Pseudonym veröffentlicht haben wollten. Darum hatten die ersten Leser einen Michael Shepherd Roman vor sich. Und so hiess dann auch die Firma, die von MacKenzie Hawkins gegründet wird. Deren Zweck soll es sein, die Entführung des Papstes zu finanzieren und die Lösegeldabwicklung zu bewerkstelligen.

Vierzig Millionen Dollar wurden dafür veranschlagt. Das Geld hat Hawk, wie MacKenzie genannt wird, allerdings nicht selber. Sondern er “besorgt” es sich zu je einem Viertel von unterschiedlichen Ganoven. Die konfrontiert er mit Wissen über ihre illegalen Machenschaften, die an die Öffentlichkeit gelangen, wenn sie nicht je 10 Millionen investieren würden. Dass die Firma gar nie wirklich gegründet wird, erfahren die Kriminellen, die panikartig ihr Geld locker machen, nicht. Den eigentlichen Geschäftszweck natürlich auch nicht.

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Die Wahrheit (David Baldacci)

Rufus Harms sitzt im Gefängnis, weil er als Militärangehöriger einen Mord an einem Mädchen beging. Nach vielen, vielen Jahren Leiden im Knast gelangt er an Beweise, die seine Unschuld beweisen oder zumindest die Frage aufwerfen, ob er zu Recht weggesperrt wurde. Doch eine Person nach der anderen, die mit diesen Beweisen in Berührung kommt, stirbt eines gewaltsamen Todes, so dass Harms’ Hoffnungen stets kleiner werden.

Es beginnt mit Michael Fiske, einem Assessor des obersten Gerichtshofs, der entgegen aller Vorschriften die Petition von Harms an sich nimmt und auf eigene Faust recherchiert. Dabei besucht er auch den Gefangenen selbst. Noch auf der Heimfahrt vom Gefängnis wird er ermordet.

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Die Gejagten – 18. Reacher-Band (Lee Child)

Endlich: Jack Reacher trifft Susan Turner, die Frau, die er seit seinem ersten Telefongespräch in “61 Stunden” nicht mehr aus dem Kopf bringt. Ganze drei Romane sind ihm dazwischen gekommen, ehe er endlich in Virginia eintrifft… und gleich verhaftet wird. Er soll einen Typen krankenhausreif geschlagen haben. Und der starb wenige Tage später an den Folgen der Verletzungen. Doch das liegt sechzehn Jahre zurück, was soll das?

Susan Turner wurde ihres Amtes enthoben und steckt im Knast. Und da landet Jack auch bald, weil er eines Mordversuchs verdächtigt wird am Anwalt von Turner. Und, als wäre das alles nicht schon genug, hat Reacher noch eine Vaterschaftsklage am Hals.

Auf sehr trickreiche und riskante Art flüchtet er jedoch wieder aus dem Gefängnis und nimmt Susan Turner mit. Gemeinsam sind sie nun auf der Flucht, vorerst auf Distanz, später – logo – sozusagen ein Paar. Aber das ist nur Nebensache. Die Hauptsache entwickelt sich nach und nach, in einer Art, die man anfangs kaum erahnen kann und einen beim Lesen gnadenlos sagen lässt: “Ein Kapitel noch, dann schlafe ich.” Immer wieder.

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Zeit der Rache – 4. Reacher-Band (Lee Child)

Wieder mal ein Beispiel für schlecht übersetzte Originaltitel. Der vierte Jack Reacher-Roman heisst im englischsprachigen Original “The Visitor”, was ziemlich gut zu der etwas unheimlich anmutenden Geschichte um den geheimnisvollen Mörder mehrer Frauen passt, der einen bizarr anmutenden Tatort ohne jegliche verwertbare Spuren hinterlässt. Der deutsche Titel “Zeit der Rache” passt nur teilweise. Nämlich bis fast zum Ende der Geschichte, dann wird klar, dass er eigentlich nicht passt und nur mit zur Verwirrung unter der Leserschaft dient.

Aber wer Jack Reacher-Romane liest, lässt sich sicherlich nicht von seltsam gewählten Titeln stören. Also wundert er sich stattdessen viel mehr über andere Punkte:

Die Geschichte fängt gleich damit an, dass der Leser oder die Leserin in die Rolle des Mörders schlüpft. Der Leser wird mit “du” angesprochen und es werden Hypothesen, Überlegungen und Ideen durch besprochen. Was wäre, wenn du der Mörder wärst und dies oder jenes erreichen willst.

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