Lee Child

Die Gejagten – 18. Reacher-Band (Lee Child)

Endlich: Jack Reacher trifft Susan Turner, die Frau, die er seit seinem ersten Telefongespräch in „61 Stunden“ nicht mehr aus dem Kopf bringt. Ganze drei Romane sind ihm dazwischen gekommen, ehe er endlich in Virginia eintrifft… und gleich verhaftet wird. Er soll einen Typen krankenhausreif geschlagen haben. Und der starb wenige Tage später an den Folgen der Verletzungen. Doch das liegt sechzehn Jahre zurück, was soll das?

Susan Turner wurde ihres Amtes enthoben und steckt im Knast. Und da landet Jack auch bald, weil er eines Mordversuchs verdächtigt wird am Anwalt von Turner. Und, als wäre das alles nicht schon genug, hat Reacher noch eine Vaterschaftsklage am Hals.

Auf sehr trickreiche und riskante Art flüchtet er jedoch wieder aus dem Gefängnis und nimmt Susan Turner mit. Gemeinsam sind sie nun auf der Flucht, vorerst auf Distanz, später – logo – sozusagen ein Paar. Aber das ist nur Nebensache. Die Hauptsache entwickelt sich nach und nach, in einer Art, die man anfangs kaum erahnen kann und einen beim Lesen gnadenlos sagen lässt: „Ein Kapitel noch, dann schlafe ich.“ Immer wieder.

Weiterlesen

61 Stunden – 14. Reacher-Roman (Lee Child)

Von Anfang an ist klar: Da passiert etwas, und zwar in 61 Stunden. Was? Keine Ahnung. Stunde um Stunde erzählt Lee Child in seiner gewohnt spannenden Art, was in dem verschlafenen Städtchen Bolton in South Dakota geschieht. Nur aus Zufall trifft auch die Hauptfigur Jack Reacher in Bolton ein, sein Ziel war das nicht, ein Unfall seines Busses ist der Grund.

Die Polizei verhält sich merkwürdig. Rasch begreift Reacher: Da ist was am Laufen, und das hat nichts mit dem bitterkalten Schneesturm zu tun. Nach anfänglichem Misstrauen will ihn die örtliche Polizei plötzlich in den Polizeidienst einspannen. Er hilft am Rande bei der Aufklärung eines Mordes, jedoch vorläufig ohne Erfolg. Und er erfährt, dass eine wichtige Zeugin in der Stadt lebt, die unbedingt zu beschützen ist. Sie soll die Übergabe von Drogen beobachtet haben und bereit sein, gegen den lange gesuchten Bandenchef auszusagen.

Weiterlesen

Way Out – 10. Reacher-Band (Lee Child)

Mich stören ein paar Dinge an Jack Reacher. Die Fantasie bezüglich Gewalt, die Lee Child offenbar hat, kommt in „Way Out“ zwar nicht in jedem Fall zur Anwendung, wird aber deutlich genug beschrieben.

Dass ein stetig Reisender möglichst kein Gepäck dabei haben will, leuchtet ein. Aber dass er ein paar Tage lang getragene Kleider regelmässig wegwirft und sich einfach neue kauft, will mich nicht so recht überzeugen, begeistern schon gar nicht.

Reacher erträgt es nicht, sesshaft zu werden. Doch obschon er in jedem Roman mit der weiblichen Protagonistin ins Bett steigt und sozusagen eine Beziehung eingeht, verschwindet er von der Bildfläche, sobald der Rauch des letzten Showdown-Schusses verzogen ist.

Ausserdem ist der deutsche Titel so was von dämlich. Er ist nämlich nicht einmal deutsch, sondern englisch. Aber statt dass man – wenn schon englisch –  einfach den Original-Titel „Hard Way“ übernahm, hat man einen anderen Zwei-Wort-Titel gewählt. Dahinter wird irgendeine Überlegung stecken, die ich wohl nie verstehen würde. So weit, so gut. Darüber hinaus ist „Way Out“ ein solider und extrem spannender Thriller. Wohl einer der besten Reacher-Romane bisher.

Der ehemalige Militärpolizist wird durch zufällige Umstände von einem Ex-Militär namens Lane angeheuert, der mittlerweile eine Art Privatarmee führt. Doch das ist nicht der Grund, warum dieser Reacher einstellen will, viel mehr soll Reacher ihm in einem Entführungfall helfen. Seine Frau mit ihrem Kind wurde nämlich entführt. Man verlangt Geld. Viel Geld. Erst eine Million. Dann weitere fünf. Und später noch mehr.

Weiterlesen

Zeit der Rache – 4. Reacher-Band (Lee Child)

Wieder mal ein Beispiel für schlecht übersetzte Originaltitel. Der vierte Jack Reacher-Roman heisst im englischsprachigen Original „The Visitor“, was ziemlich gut zu der etwas unheimlich anmutenden Geschichte um den geheimnisvollen Mörder mehrer Frauen passt, der einen bizarr anmutenden Tatort ohne jegliche verwertbare Spuren hinterlässt. Der deutsche Titel „Zeit der Rache“ passt nur teilweise. Nämlich bis fast zum Ende der Geschichte, dann wird klar, dass er eigentlich nicht passt und nur mit zur Verwirrung unter der Leserschaft dient.

Aber wer Jack Reacher-Romane liest, lässt sich sicherlich nicht von seltsam gewählten Titeln stören. Also wundert er sich stattdessen viel mehr über andere Punkte:

Die Geschichte fängt gleich damit an, dass der Leser oder die Leserin in die Rolle des Mörders schlüpft. Der Leser wird mit „du“ angesprochen und es werden Hypothesen, Überlegungen und Ideen durch besprochen. Was wäre, wenn du der Mörder wärst und dies oder jenes erreichen willst.

Weiterlesen

Grössenwahn – 1. Reacher Band (Lee Child)

„Grössenwahn“ ist der erste Band einer langen Reihe über einen ehemaligen Militärpolizisten namens Jack Reacher. Vor wenigen Monaten hat er die Armee verlassen und reist seither umher, ist mal da, mal dort, nirgends sesshaft und ohne Ziel unterwegs.

Eine spontane Entscheidung lässt ihn in der Nähe der Kleinstadt Margrave aussteigen und das Kaff besuchen. Damit fängt die Geschichte und auch der Ärger an, denn dieser zufällige Entscheid war Voraussetzung für alles, was danach in diesem Roman abgehandelt wird.

Erst wird er verhaftet, kommt ins Gefängnis, wo man versucht, ihn umzubringen. Dann wird er wieder frei, weil seine Unschuld bewiesen ist. Doch damit fängt der Ärger überhaupt erst an an dessen Ende Reacher einen Falschgeld-Ring ungeahnter Grösse aufmischt und einigen Geiseln das Leben rettet.

Alle Leben kann er aber nicht retten. Und die sterben dann mitunter auf recht grausame Weise. Woher die Autoren auch bloss ihre Ideen herhaben, wenn sie über Mord und Totschlag schreiben, wundert mich manchmal schon. Childs Fantasie ist manchmal ziemlich brutal, unnötig brutal.

Weiterlesen