Krimi

Solothurn streut Asche (Christof Gasser)

Solothurn streut AscheSchon wieder ist es mir passiert: „Solothurn streut Asche“ ist der zweite Roman in dieser Reihe. Und einmal mehr fehlt der meines Erachtens dringend nötige Hinweis auf dem Cover des Buches. Ich versteh‘ das echt nicht. Sind dahinter Marketing-Überlegungen? So berühmt ist Herr Gasser ja nicht, dass ohnehin jeder wüsste, welche Band grad der aktuellste ist. Irgendwann kann mir das vielleicht jemand erklären. Ich ärgere mich einfach zu oft.

Nun, zum Buch. Die Geschichte spielt – tatata – in Solothurn. Und die Hauptfiguren sind Kommissar Dornach und sein Team, die rätselhafte Morde im Umfeld einer ominösen katholischen Sekte zu lösen haben. Was anfangs völlig zusammenhanglos erscheint, verdichtet sich dabei immer mehr zu einer gewaltigen Sache, deren Hintergründe die Protagonisten (und auch die Leser) in die Abgründe religiösen Wahns führen. Die Personen und Ereignisse in diesem Buch sind fiktiv. Aber als Leser zweifelt man keine Sekunde daran, dass dies genau so irgendwann an mehreren Orten geschehen ist.

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Jagdgeflüster (Sabina Altermatt)

Försterin Rea findet eine Leiche im Wald. An den Füssen kopfüber aufgehängt und wie ein Wildtier ausgenommen. Das ist schon mal eine krasse Idee als Romanaufhänger. Tatsächlich habe ich mir kurz überlegt, ob ich mir so starke Kost antun will. Aber ich habe mir vorgenommen, mehr Schweizer Autoren zu lesen und die Frau Altermatt wird ja stark gefördert, wie ein Blick auf ihre Seite vermuten lässt. Die Leiche entpuppt sich als die von Herrn Gemeindepräsident. Für dessen Nachfolge ist offenbar schon einer im Rennen. Zufall? Der mutmassliche Mörder ist auch schnell gefunden. Der Schuss, den der Gemeindepräsident glücklicherweise vor der Schlachtung abbekam, stammt von Marios Gewehr. Doch der streitet alles ab. Und eigentlich glaubt auch sonst niemand, dass er’s war.

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Söldner des Geldes (Peter Beck)

Peter Beck ist ein Schweizer Autor, von dem ich bislang nichts hörte. Damit ist er in bester Gesellschaft, denn ich meine generell, dass man zu wenig hört von Schweizer Schriftstellern. Bei meinem letzten Einkauf habe ich aber ein knappes Dutzend Bücher von CH-Autoren in den Warenkorb gepackt, und da war Beck eben auch dabei.
Sein Schreibstil, der manchmal fast telegrammähnlich daherkommt, ist gewöhnungsbedürftig. Für mich jedenfalls. Kurze Sätze mag ich. Wenn zwischen großen geographischen Hüpfern aber nur ein Satz liegt, finde ich das dann doch zu knapp.

Weniger sei mehr, sagt man. Bei Beck ist das manchmal des Guten zu viel. Immerhin muss man sich nicht durch absatzweise Umschreibungen quälen. Es geht zügig voran. Erstaunlich, dass Beck in diesem Stil trotzdem über 400 Seiten füllen konnte.

Mit wenigen Ausnahmen – die gerne etwas ausführlicher sein dürften – wird die Geschichte aus Sicht von Winter erzählt, so dass kaum zeitliche Sprünge gemacht werden.

Der knapp angebundene Schreibstil des Autors findet man auch in der Hauptfigur, Tom Winter, wieder. Eher wortkarg und mit vielen spontanen Gedanken ermittelt der zielstrebig.

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Jakobshorn (Silvia Götschi)

Allegra Cadisch ist Hauptperson und Erzählerin zugleich. Sie lebt seit Jahren nicht mehr in Davos, kehrt aber in die Heimat ihrer Kindheit zurück, um an der Beerdigung ihres Vaters teilzunehmen. Sie zweifelt am angeblich natürlichen Tod des selbsternannten Dorfkönigs und Patriarchen. Warum sie das tut, will nicht so recht einleuchten. Sie tut es einfach.

Sie konfrontiert einen stetig grösser werdenden Kreis von Personen mit ihren Vermutungen und Verdächtigungen. Entgegen dem Willen der Polizei (und allen anderen) fängt sie auf eigene Faust mit Ermittlungen an. Die bringen sie zwar Schritt für Schritt weiter (manchmal auch auf gar wundersame Weise), führen sie aber auch immer tiefer in Abgründe in ihrer Familie, von denen sie nicht einmal ahnte.

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Die Matlock-Affäre (Robert Ludlum)

Jetzt glaube ich es: Dass Robert Ludlum seine Romane einfach so drauf los schrieb ist keine Legende, sondern Tatsache. Beim Osterman-Weekend hatte ich schon den Eindruck, bei der Matlock-Affäre ist es in meinen Augen sowas von klar.

Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich mich an einen moderneren Schreibstil gewöhnt habe, aber die Matlock-Affäre wirkt auf mich so wenig durchdacht und improvisiert, dass es mir stellenweise richtig schwerfiel, überhaupt weiter zu lesen. Dass Drogen in der Geschichte eine grosse Rolle spielen passt insofern, als man stellenweise einfach schlicht den Überblick verliert und nicht mehr versteht, ob das eben Gelesene jetzt überhaupt von Bedeutung ist oder nicht.

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