Aktenzeichen Tod (René Junge)

Der Neo-Nazi Viktor Brack hat über viele Jahre ein Netzwerk von Gleichgesinnten aufgebaut und einen teuflischen Plan vorbereitet. In eigens umgebauten Transportern sollen Obdachlose vergast werden, nachdem sie vorher mit dem Versprechen auf medizinische Versorgung aufgesammelt wurden. Der Testlauf in Hamburg funktioniert wie von Brack geplant und bald sollen in mehreren deutschen Städten gleiche Aktionen Hunderte von Obdachlose „entsorgen“.

Doch Sophie Palmer vom Hilfswerk Hilfs-Bus e.V. macht sich Sorgen um zwei ihrer verschwundenen Klienten und stellt Nachforschungen an. Hilfe bekommt sie dabei vom Afghanistan-Veteranen Simon Stark, der nach einer gescheiterten Militär-Existenz als obdachloser Alkoholiker unter der Brücke lebt. Doch Stark muss an mehreren Fronten kämpfen: Einerseits bekämpft er wenig erfolgreich seine Alkoholsucht, zum Anderen muss er immer wieder über seine Erinnerungen an einen schrecklich schiefgelaufenen Afghanistan-Einsatz siegen. Und, als wäre das nicht genug, hat es das professionell agierende Killerkommando von Viktor Brack bald auf ihn persönlich abgesehen. Wie da überhaupt auch nur ein Ansatz von sinngebender Ermittlung oder gar die Verhinderung von Bracks Plan möglich sein soll, ist lange ein Rätsel.

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Sein wahres Gesicht – 3. Reacher-Band (Lee Child)

Der dritte Roman von Lee Child in der „Jack Reacher“-Serie. Und es ist auch der dritte Roman um den Ex-Militärpolizisten Jack Reacher, den ich in Folge lese. Es ist interessant, wie sich Childs Stil innerhalb von drei Büchern stark spürbar änderte. Erzählte er im ersten Roman „Grössenwahn“ noch einzig aus der Sicht der Hauptperson, kamen in „Ausgeliefert“ parallel verlaufende Handlungsstränge hinzu. Und im dritten Buch nun werden regelrechte Spannungsbögen von den Geschichten verschiedener Protagonisten hin und zurück geschlagen.

Das macht den dritten Roman deutlich abwechslungsreicher als noch den ersten. Allerdings täuscht das Tempo, mit dem der Leser von hier nach da und weiter nach dort geholt wird, nicht abschliessend darüber hinweg, dass sich einige Ungereimtheiten eingeschlichen haben, oder zumindest Handlungen und Entscheidungen, die man irgendwie nicht so richtig verstehen kann. Aber Scheiss drauf, es ist durchwegs spannend und genau das will man, wenn man einen Jack Reacher-Roman liest.

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