Söldner des Geldes (Peter Beck)

Peter Beck ist ein Schweizer Autor, von dem ich bislang nichts hörte. Damit ist er in bester Gesellschaft, denn ich meine generell, dass man zu wenig hört von Schweizer Schriftstellern. Bei meinem letzten Einkauf habe ich aber ein knappes Dutzend Bücher von CH-Autoren in den Warenkorb gepackt, und da war Beck eben auch dabei.
Sein Schreibstil, der manchmal fast telegrammähnlich daherkommt, ist gewöhnungsbedürftig. Für mich jedenfalls. Kurze Sätze mag ich. Wenn zwischen großen geographischen Hüpfern aber nur ein Satz liegt, finde ich das dann doch zu knapp.

Weniger sei mehr, sagt man. Bei Beck ist das manchmal des Guten zu viel. Immerhin muss man sich nicht durch absatzweise Umschreibungen quälen. Es geht zügig voran. Erstaunlich, dass Beck in diesem Stil trotzdem über 400 Seiten füllen konnte.

Mit wenigen Ausnahmen – die gerne etwas ausführlicher sein dürften – wird die Geschichte aus Sicht von Winter erzählt, so dass kaum zeitliche Sprünge gemacht werden.

Der knapp angebundene Schreibstil des Autors findet man auch in der Hauptfigur, Tom Winter, wieder. Eher wortkarg und mit vielen spontanen Gedanken ermittelt der zielstrebig.

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Das Scarlatti-Erbe (Robert Ludlum)

Unglaublich viele für deutschsprachige Leser ungewohnte Namen begegnen einem in diesem Roman. Eine der Hauptpersonen kristallisiert sich aber schnell raus: Matthew Canfield, ein junger Buchprüfer, der für die US-Regierung arbeitet, und scheinbar zumindest intellektuell einige Fähigkeiten eines Geheimagenten zu haben scheint.
Scarlatti ist der Name eines italienischen Einwanderers, der es vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Multimillionenmann schaffte. Er baute ein Imperium auf, das nach seinem Tod durch seine Frau weiter geführt und irgendwann von den drei Söhnen hätte übernommen werden sollen. Einer der Söhne stirbt jedoch im Ersten Weltkrieg, ein zweiter entwickelte schon als Jugendlicher seltsame Marotten, die der Familie ein Dorn im Auge waren und sind.
Eben dieser Sohn, Ullster, knüpft während des Krieges Kontakt zu einem dubiosen deutschen Geschäftsmann, bringt Jahre später auf hinterlistige Weise ein Grossteil des Scarlatti-Vermögens an sich und taucht unter.

Canfields Vorgesetzte wittern, dass da etwas im Busch ist und setzen ihn auf Ullsters Fährte. Unterwegs knüpft er teils gewollt, teils auch ungewollt Kontakt zu Ullsters Mutter, die mehr dem Vermögen als dem Sohn nachjagt, und wird von ihr für eine grosszügige Gage eingestellt.
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Die Versuchung (David Baldacci)


Wer hat nicht schon von einem Lotto-Gewinn geträumt? Und was würdest du dafür tun, wenn du als Gegenleistung garantiert den Jackpot knacken würdest? Genau mit dieser Frage wird die schöne LuAnn konfrontiert. Sie lebt am Existenzminimum, haust mit ihrem geliebten Töchterchen und einem nichtsnutzigen, ständig besoffenen Mann in einem lausigen Wohnwagen. Und dann wird sie vor die Frage gestellt, ob sie den Jackpot der Landeslotterie knacken wolle. 100 % sicher.

Sie wittert erst (zu Recht) etwas unseriöses, eine weitere Eskalation mit ihrem Mann, der neuerdings offenbar kriminelle Dinge dreht, lässt sie schliesslich aber darauf eingehen. Dass sie damit ihrer Ermordung entgeht, weiss sie nicht.

Tatsächlich gewinnt sie und wird mit den Bedingungen konfrontiert. Selbst damit lässt sich in Saus und Braus leben, ihre Zukunft scheint gesichert. Doch sie darf nie mehr in die USA einreisen.

Genau das tut sie aber zehn Jahre später heimlich. Der Deal mit ihrem „Auftraggeber“ ist eigentlich abgeschlossen, alle Versprechen wurden gehalten, LuAnn ist eine reiche Frau. Doch sie hat das ständige Umherreisen satt und will wieder in die Heimat. Damit beginnt das Drama.

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