3.5

Jakobshorn (Silvia Götschi)

Allegra Cadisch ist Hauptperson und Erzählerin zugleich. Sie lebt seit Jahren nicht mehr in Davos, kehrt aber in die Heimat ihrer Kindheit zurück, um an der Beerdigung ihres Vaters teilzunehmen. Sie zweifelt am angeblich natürlichen Tod des selbsternannten Dorfkönigs und Patriarchen. Warum sie das tut, will nicht so recht einleuchten. Sie tut es einfach.

Sie konfrontiert einen stetig grösser werdenden Kreis von Personen mit ihren Vermutungen und Verdächtigungen. Entgegen dem Willen der Polizei (und allen anderen) fängt sie auf eigene Faust mit Ermittlungen an. Die bringen sie zwar Schritt für Schritt weiter (manchmal auch auf gar wundersame Weise), führen sie aber auch immer tiefer in Abgründe in ihrer Familie, von denen sie nicht einmal ahnte.

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Das Scarlatti-Erbe (Robert Ludlum)

Unglaublich viele für deutschsprachige Leser ungewohnte Namen begegnen einem in diesem Roman. Eine der Hauptpersonen kristallisiert sich aber schnell raus: Matthew Canfield, ein junger Buchprüfer, der für die US-Regierung arbeitet, und scheinbar zumindest intellektuell einige Fähigkeiten eines Geheimagenten zu haben scheint.
Scarlatti ist der Name eines italienischen Einwanderers, der es vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Multimillionenmann schaffte. Er baute ein Imperium auf, das nach seinem Tod durch seine Frau weiter geführt und irgendwann von den drei Söhnen hätte übernommen werden sollen. Einer der Söhne stirbt jedoch im Ersten Weltkrieg, ein zweiter entwickelte schon als Jugendlicher seltsame Marotten, die der Familie ein Dorn im Auge waren und sind.
Eben dieser Sohn, Ullster, knüpft während des Krieges Kontakt zu einem dubiosen deutschen Geschäftsmann, bringt Jahre später auf hinterlistige Weise ein Grossteil des Scarlatti-Vermögens an sich und taucht unter.

Canfields Vorgesetzte wittern, dass da etwas im Busch ist und setzen ihn auf Ullsters Fährte. Unterwegs knüpft er teils gewollt, teils auch ungewollt Kontakt zu Ullsters Mutter, die mehr dem Vermögen als dem Sohn nachjagt, und wird von ihr für eine grosszügige Gage eingestellt.
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Die Akte Odessa (Frederick Forsyth)

Der Schriftsteller Frederick Forsyth ist sowas wie eine Legende unter den Thriller-Autoren. Am bekanntesten war mir „Der Schakal“, den ich erst in der neuen, dann in der älteren Version gesehen und schliesslich noch gelesen habe. Ein Hammer-Thriller.

Der hier vorliegende Roman mit dem Titel „Die Akte Odessa“ dümpelt da in meinen Augen schon mehr im Teich der Einheitsware umher. Der Leser erfährt viel aus der schicksalsschweren Nazi-Zeit. Auch wenn einiges Fiktion ist, entspringen die geschilderten Geschehnisse ihrem Sinn nach eher der Fantasie der perversen Nazi-Führer als der des Autors.

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Fatal Error (Michael Ridpath)

Der sechste Roman von Michael Ridpath spielt anfangs des 21. Jahrhunderts, der Blütezeit der sogenannten Dot-Com-Branche. David, der die Geschichte erzählt, und sein Freund Guy sind im Begriff, ihre Fussball-Website an die Spitze zu katapultieren und Millionen zu verdienen. Dann kommen Gier, Eigensinn und Machtgelüste ins Spiel und es läuft nicht mehr so, wie die beiden geplant haben: Der Geldgeber stellt sich quer. Und dadurch holt die beiden die Vergangenheit ein. Ob sie wollen oder nicht.

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