Sommers Tod (Marcus Hünnebeck)

Sommers Tod - Marcus HünnebeckLukas Sommer ist eine weitere Figur im Hünnebeck-Universum. Zum Zeitpunkt, als dieser Roman entstand, war das noch nicht sicher, heute wissen wir, dass es zwei weitere Geschichten um den Ermittler gibt. Die Geschichte beginnt mit der Entführung der 17jährige Carla und ihrem neun Jahre jüngerer Bruder Simon. Ein psychisch Kranker will mit ihnen “Familie” spielen. Richtig düstere Vorahnungen überkommen den Leser.

Lukas Sommer und seine Polizei-Partnerin Lisa Jung verfolgen eine heisse Spur und versuchen, die Kinder zu befreien. Dann geht etwas schrecklich schief und Lukas überlebt nur mit viel Glück.

Da springt die Geschichte drei Jahre in die Zukunft. Sommer arbeitet als verdeckter Ermittler in einer Rocker-Gang, die entführten Kinder wurden nie gefunden. Bis aus dem Nichts eine frische Spur auftaucht, die zum damaligen Kidnapper führen könnte.

Bis dahin ist die Geschichte superspannend. Mit viel Nervenkitzel und stetiger Unsicherheit, ob Sommer als Ermittler enttarnt wird, erlebt man, wie sich Sommer in der Rockergruppe etabliert. Der Kampf mit seinem inneren Polizisten hätte allerdings gerne noch etwas stärker ausgebaut werden dürfen.

Ist ein Undercover-Polizist fähig, einen wehrlosen Kriminellen zu exekutieren, um seinen eigenen Status zu sichern? Wie reagiert eine Ex-Frau oder der eigene Sohn, wenn der totgeglaubte Vater nach drei Jahren plötzlich wieder auftaucht? Solchen Fragen widmet Hünnebeck nicht viele Zeilen. Und es bleibt zumindest die Frage am Leser hängen: War das jetzt realistisch?

Gleiche Frage muss man sich leider auch für einige Vorkommnisse im späteren Verlauf der Geschichte stellen. Die geheime Tasche in der Unterhose, das rechtzeitige Wegschaffen von belastendem Material, das Auftauchen einer ganz bestimmten Pistole. Ja, kann alles sein (muss ja auch, damit die Geschichte funktioniert). Aber es wirkt mir zu sehr, als wären die Ideen dazu erst gekommen, weil sich der Schreiber sonst in eine Sackgasse geschrieben hätte. Wohlgemerkt, ich unterstelle da nichts, ich schildere nur meine Eindrücke.

Wirklich nicht gefallen hat mir, dass ein Entführer, der drei Jahre vollkommen unbehelligt durchkommt, ja, nicht einmal verdächtigt wird, dann tatsächlich so nachlässig sein soll, und sein Mobiltelefon bei seinen Geiseln liegen lässt. Dann ist so plötzlich der Hauptverdächtige im Entführungsfall klar, dass man fast darüber hinwegliest.

Trotzdem können diese, sagen wir mal, Ungereimtheiten nicht den Lesespass vermiesen. Hünnebecks Thriller verdienen ihre Genre-Bezeichnung. Auch Sommers Tod ist vor allem eins: Spannend. Fast von der ersten bis fast zur letzten Seite. Sommer, der als gescheiterter Vater und Ehemann nichts mehr zu verlieren hat und Undercover arbeitet, ist eine interessante Figur. Insofern bin ich höchsten Grades gespannt, wie’s mit ihm weiter geht. Obwohl der Schluss von “Sommers Tod” darauf hindeutet, hoffe ich nicht, dass er im zweiten Band zum 08/15-Ermittler wird.

Meine Wertung:

 

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09./11.04.

Sommers Tod (Marcus Hünnebeck)
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