Operation Elite (Matthew Reilly)

Der Plot könnte direkt aus der James Bond-Fabrik stammen: Bösewichte wollen die Weltordnung umkrempeln, daraus unermessliche Gewinne machen und noch mächtiger werden. Das genügt eigentlich, um einen Roman von gegen 500 Seiten spannend zu gestalten. Doch der Australier Matthew Reilly wirft noch die Idee der Kopfgeldjagd ins Rennen, die ebenfalls für sich allein ein Buch füllen könnte.

Eigentlich wäre das eine gute Ausgangslage. Doch Reilly verschwendet dermassen viel Zeit auf Detailbeschreibungen von durchgeknallten Actionszenen, dass die Entwicklung der höchstgradig potentiellen Geschichte regelrecht der Platz ausgeht. Das Buch liest sich als würde es in Worten schildern, was man in einem typischen 08/15-Actionknüller heutzutage im Kino sieht.

Dabei sind die Handlungen ähnlich realistisch wie in einem James Bond-Film. Nur fehlt das Augenzwinkern des 007. Reilly versucht, die Geschehnisse ohne jegliche Selbstironie als Realität zu verkaufen. Und sowas kann nur jemand toll finden, der nach unzähligen Kinofilmen zum ersten Mal auf die Idee gekommen ist, ein Buch zu lesen. Einmal mag man das dem Autor verzeihen. Aber wenn die “Rettung in letzter Sekunde”-Szenen sich zum fünften Mal wiederholen, dann beginnt der geduldigste Leser zu gähnen.

Es ist zwar normal, dass Romane “Fehler” enthalten, unlogische Abläufe oder fiktive “Fakten”. Aber soviele unlogische Passage wie in “Operation Elite” habe ich bislang noch selten gesehen. Das nervt.

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