Einsatz unter dem Eis (Alfred Bekker)

Einsatz unter dem Eis - Alfred BekkerAlfred Bekker hat (ähnlich wie Larry Lash) ziemlich viele Bücher geschrieben. Gemäss Wikipedia sind’s aktuell über 350. Dazu kommen noch über tausend Kurzgeschichten. Ein Fliessbandschriftsteller, wie er im Bilderbuche steht. Wie bei Lash bleibt aber leider auch bei Bekker die Qualität weitgehend auf der Strecke. Die Geschichte ist platt, die Dialoge nicht selten dämlich und es gibt schlicht zu viele Schreibfehler.

Der Roman erzählt die Geschichte einer militärischen Sondereinheit der UNO. Es gibt den Verdacht, dass ein geheimes Konsortium in der Antarktis unterirdische Atombombentests durchführt. Das könnte zu einem Abbrechen grosser Eismassen führen, was einen Tsunami in nie dagewesener Dimension auslösen könnte. New York wäre bald darauf unter Wasser, viele andere Städte logischerweise auch. Mark Haller und der Rest des Teams – Haller ist Deutscher, Bekker auch, deshalb ist er wohl die Hauptfigur – werden abgesetzt und versuchen, weitere Bombentests zu verhindern und die Anlage aufzuspüren. In umgekehrter Reihenfolge natürlich.

Sie stossen auf heftige Gegenwehr, als wäre da unter dem Eis eine ganze Armee versteckt, die nur darauf wartet, dass man sie angreift. Vier Kampfhubschrauber, mindestens zwei Panzer, mehrere Transporthelikopter und sogar ein festinstalliertes Flugabwehrgeschütz. Ganz zu schweigen von kilometerlangen (!) Gängen, mehreren Hangars, Hallen, Baracken, unterirdischen Helikopterlandeplätzen und und und. Das alles wurde im ewigen Eis gebaut, was schon eine Leistung für sich ist. Aber dann noch ohne dass es irgendwer bemerkt hätte? Klar, doch.

Aber dass der Plot für sich unrealistisch ist und vielerorts an James Bond erinnert, ist noch nicht einmal das Hauptproblem. Viel mehr stört, dass der Autor versehentlich an mehreren Stellen Logik- und andere Fehler hat einschleichen lassen. So sollen die kriminellen A-Bomben-Tester keine Ahnung haben von der Tsunami-Gefahr, weil sie keine Geologen dabei haben. Macht das Sinn? Riesige Bauten im und auf Eis, aber keine Fachleute dabei?

Der erwähnte Seahawk-Helikopter, der die Mannschaft zur USS Independence bringt, soll laut Autor bis zu 55 Marines Platz bieten. Tatsächlich kriegt man aber kaum ein Dutzend Soldaten in einen Hawk. Dann erstellt das Team innert 60 Sekunden volle Kampfbereitschaft, obwohl sie schon lange mitten im Kampf sind.  Und Restlichtverstärker verschaffen der Mannschaft auch dann noch einen Vorteil, wenn die Gegner sie mit Scheinwefer geblendet haben. Wie soll denn das gehen, die müssten ja alle halb blind sein. Ausserdem soll die zweite Bombe in vier Stunden hochgehen, ein paar Seiten später (Minuten gemäss Handlung) ist plötzlich nur noch von zehn Sekunden die Rede.

Aber auch der Stil lässt vielerorts einfach zu wünschen übrig. Da ist einfach keine Liebe im Detail. Die Handlung ist zwar haarsträubend 007-mässig, aber auch so was kann spannend erzählt werden. Viel spannender als es hier der Fall war.

Ich bin jetzt ein bisschen verunsichert, weil ich noch ein paar Bekker auf meinem Kindle habe…

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10./12.01.

Einsatz unter dem Eis (Alfred Bekker)
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