Die Versuchung (David Baldacci)


Wer hat nicht schon von einem Lotto-Gewinn geträumt? Und was würdest du dafür tun, wenn du als Gegenleistung garantiert den Jackpot knacken würdest? Genau mit dieser Frage wird die schöne LuAnn konfrontiert. Sie lebt am Existenzminimum, haust mit ihrem geliebten Töchterchen und einem nichtsnutzigen, ständig besoffenen Mann in einem lausigen Wohnwagen. Und dann wird sie vor die Frage gestellt, ob sie den Jackpot der Landeslotterie knacken wolle. 100 % sicher.

Sie wittert erst (zu Recht) etwas unseriöses, eine weitere Eskalation mit ihrem Mann, der neuerdings offenbar kriminelle Dinge dreht, lässt sie schliesslich aber darauf eingehen. Dass sie damit ihrer Ermordung entgeht, weiss sie nicht.

Tatsächlich gewinnt sie und wird mit den Bedingungen konfrontiert. Selbst damit lässt sich in Saus und Braus leben, ihre Zukunft scheint gesichert. Doch sie darf nie mehr in die USA einreisen.

Genau das tut sie aber zehn Jahre später heimlich. Der Deal mit ihrem “Auftraggeber” ist eigentlich abgeschlossen, alle Versprechen wurden gehalten, LuAnn ist eine reiche Frau. Doch sie hat das ständige Umherreisen satt und will wieder in die Heimat. Damit beginnt das Drama.

Denn Jackson, der ihm zum Gewinn verholfen hat, hält gar nichts von Menschen, die Abmachungen nicht einhalten. Es beginnt eine Jagd auf LuAnn und alle, die kürzlich mit ihr zu tun hatten. Und in aller Action ist LuAnns grösste Sorge steht’s, ihre ahnungslose Tochter zu beschützen.

Ich bin etwas unsicher, was die Bewertung dieses Romans angeht. Zweifellos, er ist extrem spannend, bis zur letzten Seite. Die Gratwanderung zwischen Unglück und Glück, Armut und Reichtum, Leben und Tod wird eindrucksvoll und niemals langweilig geschildert. Und die Geschichte nimmt regelmässig Wendungen, die kaum je vorhersehbar sind.

Trotzdem: So gut die Idee an sich ist, die Beweggründe des Drahtziehers Jackson, der mit LuAnn noch mehrere weitere Arme mittels Lottogewinn zu Millionären machte, sind irgendwie nicht so ganz schlüssig. Klar, es geht um die persönliche Bereicherung. Doch warum zieht Jackson das Ganze so auf, dass die Gewinner am Ende tatsächlich reich bleiben und ihr Leben geniessen? Das ist zwar fair und passt zu seiner Einstellung, Abmachungen auch einzuhalten.

Aber das Risiko, das er damit eingeht, ist immens. Und dass alle zehn Gewinner die ganze Zeit über die Vorkommnisse schweigen, ist schwerlich vorzustellen. Kein einziger Verplapperer, kein einziger reuiger Betrüger?

Alles in Allem bleibt dies aber ein Detail, das man getrost akzeptieren kann, wenn man als Gegenleistung mehrere Stunden höchste Spannung lesen darf. Und immerhin ist Baldacci mit “Die Versuchung” ein Roman gelungen, der mal einen komplett anderen Aufhänger hat, als Thriller üblicherweise haben (auch wenn davon abgesehen alles ziemlich thriller-typisch läuft).

Also: Bravo! Absolut empfehlenswert für Thriller-Fans.

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Die Versuchung (David Baldacci)
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