Die Rache des Stalkers (Marcus Hünnebeck)

Die Rache des StalkersHinweis: Dieser Roman hiess in der ursprünglichen Originalfassung “Im Visier des Stalkers”

Die Hauptperson in diesem Hünnebeck-Roman spielt die Kriminalkommissarin Anja Hübner, die gerade mit ihrem Freund Frank Schluss macht. Der kriegt das irgendwie in den falschen Hals und fühlt sich in seiner Ehre verletzt. Deshalb stellt er ihr nach, steigert sich in seiner Enttäuschung und Wut und wird schliesslich zu dem, was man gemeinhin Psychopathen nennt.

Aber darum geht’s eigentlich nur nebenbei, auch wenn dieses Nebenbei ziemlich viel Raum und Bedeutung hat für den Roman. Der Hauptstrang handelt davon, dass die Polizei – allen voran Hübner – einen Sexual-Mörder zu finden hat. Ein Verdächtiger wird bald unschädlich gemacht, doch just dann geschieht das nächste brutale Verbrechen. Es gibt also mindestens einen zweiten Täter.

Von dem sind bald Pseudonym bekannt, ansonsten aber keine Details. Das Pseudonym führt Hübner in ein Altenheim, wo sie per Zufall  ihren zukünftigen Lover kennen lernt und tatsächlich auch weitere Spuren findet. Die letzten Puzzleteilchen fügen sich dann aber beinahe ohne Hübners Wirken zusammen. Denn Anja wird beim Observieren der verdächtigen Person selbst ausgeschaltet, entführt und gefesselt.

Wer meinen Review bis hierhin gelesen hat, wird sich jetzt fragen, was denn mit Hübner geschehen ist. Wird sie selber vergewaltigt und umgebracht? Hat ihre zufällige Bekanntschaft mit Jürgen etwas mit dem Fall zu tun oder steckt gar ihr Ex Frank, der durchzudrehen scheint, eine entscheidende Rolle?

Diese Art von Fragen stellt man sich bei der Lektüre von Hünnebecks Geschichte ständig. Denn der Autor spielt geradezu mit den Gedankengängen des Lesers. Bewusst lässt er bei manchen Schilderungen die Leserschaft im Unklaren, wer jetzt diese Gedanken hatte, diese Zeilen schrieb oder diese Beobachtung machte. Das steigert die Spannung auf besondere Weise, weil man so immer wieder durch eigene Überlegungen auf die falsche Fährte kommt. Dabei ahnt man natürlich schon beim Lesen, dass man hier bewusst “reingelegt” werden könnte, andererseits leitet Hünnebeck einen nicht immer auf den Holzweg.

Mit 174 Seiten (Print-Ausgabe) ist “Die Rache des Stalkers” durchaus eine Geschichte, die man in einem Stück lesen kann. Das ist zwar jeweils nicht wirklich mein Ziel. Aber ich schätze es trotzdem, zwischendurch eine Geschichte zu lesen, die man in zwei, drei Tagen durch hat. So habe ich zu Ende der Geschichte nicht schon die erste Hälfte wieder vergessen. Allerdings bietet dieser Roman tatsächlich einiges an Potential, um in einem Stück gelesen zu werden. Oder vielleicht an zwei Abenden.

Die Personen – ausser Anja Hübner und stellenweise ihr Ex Frank – werden nur oberflächlich eingeführt. Man erfährt nur wenig über die Protagonisten, selbst die Täter sind nur skizzenhaft gezeichnet. Ausserdem treibt Hünnebeck die Geschichte rassig voran – vor allem am Ende eher zu schnell. Das alles macht die Sache natürlich kurzweilig und knackig, andererseits aber halt auch ein bisschen profillos.

Unterm Strich sicher nichts für Liebhaber von epischen Stories, aber für meinen Geschmack als spannende Thrillerkost durchaus empfehlenswert.

Meine Wertung:

 

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25./27.12.

Die Rache des Stalkers (Marcus Hünnebeck)
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