Die Blutfinca (Jorge de la Piscina)

Die Blutfinca - Jorge de la PiscinaEin ehemaliger Polizist des BKA, Marc Renner, will sein Rentnerdasein auf Mallorca geniessen. Als Gastronom eröffnet er ein Restaurant, die erste Saison steht bevor. Und just jetzt geschehen grausame Morde im idyllischen Dorf. Renner wird ungewollt miteinbezogen und sieht sich bald wieder als Ermittler auf Verbrecherjagd, unterstützt von seinem neuen Freund Luca von der örtlichen Polizei.

Das wär’ dann mal die Geschichte in Kurzform. Es braucht wenig Fantasie, um zu erahnen, dass Marc Renner die Morde sozusagen im Alleingang löst. Was die Qualität der Geschichte angeht, ist der erste Renner-Roman nicht so… der Renner.

Das Buch ist ein Mix aus Mistery (eine geheimnisvolle Figur, die geistähnlich gelegentlich erscheint und sogleich wieder unauffindbar verschwindet), Horror (brutale Foltermorde, deren Sinn und Zweck eigentlich letztlich nicht geklärt wird) und 08/15-Krimi. Diese Mischung, im Idealfall so etwas wie ein Markenzeichen, wird der Geschichte zum Verhängnis.

Es scheint, der Autor hätte in seinem Debutwerk schlicht zu viele Ideen einbauen wollen. Natürlich wissen wir, dass bereits ein zweiter Renner-Roman in Vorbereitung ist. Und natürlich lässt sich erahnen, dass Teile der Geschichte da fortgesetzt werden. Aber dennoch bleibt schlicht zu viel unklar. Das Geheimnis um die geisterhafte Erscheinung wird nicht gelüftet. Und wenn ich es mir so überlege, ist zum Schluss für den Leser noch nicht mal klar, was die überhaupt mit der Geschichte zu tun haben soll (ausser dass vor 500 Jahren hier ein Aztekenmord stattfand).

Dann habe ich Fragezeichen zu den schockierenden Mordarten, bei denen im Wesentlichen zwei Punkte (von der Fesselung abgesehen) ungewöhnlich sind, nach meinem Verständnis davon aber nur ein Punkt schlüssig erklärt wird. Ich habe nichts dagegen, wenn ein Autor Elemente in einen zweiten Roman retten will. Aber weil zum Beispiel die Geist-Erscheinung am Ende nicht nochmals aufgenommen wird und sozusagen als Cliffhanger für den zweiten Roman hinhält, befürchte ich, der Autor hat schlicht vergessen, einen stimmigen Abschluss zu finden.

Das sind sicher die Hauptgründe, die dem Roman eine schlechte Bewertung bescheren. Aber leider überzeugt die Geschichte auch ansonsten nicht. Zu platt kommt sie daher, unwirklich scheinen die Dialoge und kaum nachvollziehbar sind die sprichwörtlichen Lämpchen, die den Ermittlern (allen voran Renner) immer wieder aufgehen. Ich mag es nicht, wenn ich den Erkenntnissen und Ideen der Figuren nicht folgen kann.

Schade, ein paar vielversprechende Ideen (vielleicht zu viele), die in einer Geschichte landen, die schlecht durchdacht wirkt.

Meine Wertung:

 

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13./15.10.

Die Blutfinca (Jorge de la Piscina)
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