Der Schädelbrecher (Marcus Hünnebeck)

Lukas Sommer und Robert Drosten ermitteln wieder im Team. Diesmal sind sie einem Serienmörder auf der Spur, der seine Opfer mit einem Schädel erschlägt. In gewohnter Hünnebeck-Manier entwickelt sich ein Wettlauf zwischen dem Täter und den Ermittlern. Denn es wird immer konkreter, wer als nächstes auf dessen Liste stehten dürfte.

Der Schädelbrecher ist bereits der fünfte (!) Thriller von Hünnebeck in diesem Jahr. Damit gehört er zwar noch nicht zu den Fliessbandautoren, aber über dem weit verbreiteten Schnitt von einem bis zwei Bücher pro Jahr ist er locker. Leidet da die Qualität?

Meiner Meinung nach definitiv nein. Hünnebeck vertritt bekanntlich eher die Zunft der Autoren, die sich der einfacheren Sprache verschrieben haben. Das lässt schon mehr Output zu als, wenn man sich tagelang über schwülstige Sätze den Kopf zerbricht (wie das, so scheint es mir, andere Autoren tun).

Allerdings sollte man der Fairness halber schon auch erwähnen, dass sich die Szenarien bei Marcus Hünnebeck in den Ansätzen wiederholen. Meistens psychisch Kranke sind auf Rache- oder sonstigem Feldzug, die ersten Morde geschehen und die Opfer werden immer intensiver eingeführt. Das lässt einen als Leser immer stärker mitfiebern. Killt er den oder die noch oder kommt Inspektor Zufall dazwischen? Oder gelingt den Polizisten eine Festnahme?

Meistens kommt die Festnahme aber erst ganz am Schluss. Und meistens fiebert man mindestens zur Hälfte am falschen Ort mit. Denn es geschieht selten (sprich eigentlich nie), dass bei Hünnebeck derjenige der gesuchte Täter ist, der sich aus der Lektüre scheinbar logischerweise erschliesst. Das macht der Autor echt geschickt. Nur ist es halt so, dass es fast immer so ist und man mit jedem gelesenen Buch dem Schreiber weniger auf den Leim kriecht.

Auch im Schädelbrecher strickt Herr Hünnebeck seine Geschichte vielseitig. Stellenweise liest sich das Buch, als wären es drei Geschichten in einer: Eine YouTube-Bloggerin, deren Mutter, die fremdgeht und der Vater, der Opfer eines Attentats wurde.

Dass die Morde in einem Zusammenhang zur Familie Disveld stehen, ist bald klar. Doch bisher starben nur Menschen, die einen Bezug zu den dreien hatten. Bleibt es dabei oder sind einzelne Familienmitglieder selber in Gefahr? Dabei entstehen gerade dadurch, dass mehrere Sichtweisen erzählt werden, verschiedene Optionen (die sich meistens, aber nicht immer, als falsch herausstellen).

Der Schädelbrecher ist empfehlenswerte Krimi-Unterhaltung. Aber im Gegensatz zu früheren Hünnebecks hat mir hier ein bisschen der Pfeffer gefehlt. Die Story ist gut, das Buch ist durchwegs spannend. Aber irgendwie war’s mir dann doch zu … zufällig, wie man dem Täter doch noch auf die Schliche kommt.

Meine Wertung:

 

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20. / 28.07.2018

Der Schädelbrecher (Marcus Hünnebeck)
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