Das tödliche Auge (Bill Granger)

Das tödliche AugeDer vorliegende Roman (Originaltitel The Shattered Eye) ist eigentlich der dritte Roman aus der Reihe um den Agenten Devereux, auch November Man genannt. Aber den zweiten Band mit dem Titel Schism konnte ich nicht auf Deutsch finden. Wie auch immer, es scheint nicht zwingend, dass man Band 2 gelesen hat, die Geschichte ist auch so verständlich. Wobei, so ganz verständlich ist sie mir eben doch nicht, aber das liegt mehr am komplexen Plot, den sich Granger aus dem Finger gesogen hat, als an der Kontinuität.

Worum geht’s? Gute Frage. Man behalte sich im Hinterkopf, die Geschichte spielt anfangs 1980er Jahre, also mitten im Kalten Krieg. Die Russen planen, in absehbarer Zeit wesentliche Teile von Westeurope zu übernehmen. Das soll mit wenig Blutvergiessen und kaum kriegerischen Handlungen vonstatten gehen, wofür die Sowjets einen Plan ausgeheckt haben. Wenn man als Leser diesen Plan abschliessend verstehen will, muss man sich schon sehr konzentrieren (sofern es überhaupt möglich ist, mir ist’s nämlich nicht gelungen). Jedenfalls steht ein Attentat auf den französischen Präsidenten Francois Mitterand im Zentrum dieses Plans. Den Mord an Mitterand soll dann, so der Plan, den Amerikanern in die Schuhe geschoben werden, wofür auch alles vorbereitet ist. Dies wiederum soll die Banden zwischen den Franzosen und Amerikanern zunichte machen und Frankreich bei der geplanten Invasion isolieren von der NATO.

Eine wenig überzeugende, für den Roman aber wichtige Rolle spielen auf beiden Seiten (USA und Russland) eine Art Supercomputer. Bei den Amis ist das Tinkertoy, das aufgrund von umfassenden Daten brauchbare Schlüsse zieht, in letzter Zeit aber verrückt zu spielen scheint. Auf sowjetischer Seite steht Naja (so heisst der Computer), der eine Art Kriegssimulation darstellt und die Russen sozusagen den Krieg proben lässt.

Beide Computer überzeugen mich in der Geschichte nicht. Viel zu naiv und offensichtlich mit der Materie nicht vertraut schildert der Autor, wie die Computer angeblich arbeiten. Und wie – ebenfalls angeblich – leicht sie manipuliert werden.

Irgendwo in dieses Gewirr aus Computer-Fehlinformationen, verschwindenden Agenten und Verschwörungen taucht Deveraux, der Agent November, auf und bringt Schritt für Schritt in bester altmodischer Agentenmanier Licht ins Dunkel. Viele Personen tauchen auf (und manchmal auch wörtlich wieder unter), viele von ihnen sind nicht das, was man meint, sie seien es. Und manchmal noch nicht einmal das, was sie auf den zweiten Blick zu sein scheinen.

Dank der Aufteilung in verschiedene Örtlichkeit und teils parallel laufenden Geschichten, ist der Roman durchaus spannend. Aber auch nicht wirklich mehr. Mich hat er nie richtig gepackt. Ich konnte mich mit keinen Figuren identifizieren und die Schlüsse, die Devereaux oder die verschiedenen Geheimdienste manchmal schliessen, sind mitunter schlicht aus dem Blauen gegriffen. Letztlich fehlt da einfach der überzeugende Tiefgang in der Story.

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