Child Lee

Der Janusmann (7. Reacher-Band) – Lee Child

Oha, das geht ja mächtig los. Kaum hat man mit Lesen begonnen, wird Jack Reacher Zeuge einer Entführung, bei der zwei Leibwächter von Maschinenpistolen durchlöchert und anschliessend von einer Handgranate zerfetzt werden. Wenige Sekunden später erschiesst er die zwei Entführer, bringt ihren Wagen zum Stehen und den Entführten in Sicherheit. Versehentlich erschiesst er dabei noch einen Cop in Zivil, der zu Hilfe eilen will. Da wurde ich stutzig: Passt das zum Übermenschen Reacher? Versehentlich einen Cop erschiessen? Ich war fast ein bisschen enttäuscht.

Die Enttäuschung hält nicht lange an, denn der Leser erfährt wenige Seiten später, worum’s wirklich lief und was wirklich schief ging. Hut ab, da hat sich Lee Child eine nette Story ausgedacht.

“Der Janusmann” gefällt. Zwar wechselt Child im Gegensatz zu den letzten paar Romanen wieder zur Erzählung in der ersten Person (wie im Erstling “Grössenwahn“). Das verunmöglicht zwar grundsätzlich, dass man die Geschichte aus mehreren Sichten vorantreiben kann, Lee Child hat das aber prima gelöst. Zum Einen ist die Geschichte genügend komplex und spannend, zum Anderen hat Child einen Weg gefunden, trotzdem zwei Geschichten gleichzeitig zu erzählen, die auch noch perfekt ineinander passen.

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Tödliche Absicht – 6. Reacher-Band (Lee Child)

Ein neuer Tag, ein neuer Jack Reacher-Roman. So ungefähr komme ich mir derzeit vor. Naja, täglich ist übertrieben, aber viel mehr als eine Woche verstreicht nicht zwischen den einzelnen Romanen.

Worum geht’s? Reacher kommt über eine ehemalige Freundin seines Bruders, eine Secret Service-Agentin namens M.E. Froelich, zu einem befristeten Job bei dem Dienst, der nebst dem Leben des Präsidenten auch jenes des Vizepräsidenten schützen muss. Vize Armstrong erhält zwar regelmässig Mord- und andere Drohungen, doch diesmal sehen sie anders aus, gelangen zum Teil auf unerklärliche Weise an den Service und lassen alle im Dunkeln tappen.

Das Dunkel bleibt ganz schön lang dunkel, denn anders als in den letzten zwei Reacher-Romanen lässt uns Lee Child diesmal die Geschichte wieder nur eindimensional erleben (von einer kurzen Einblendung zu Beginn abgesehen). Das macht sie irgendwie auch etwas anstrengender zu lesen. Denn an Handlung passiert eigentlich nicht viel. Und das, was passiert, ist doch etwas seltsam.

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In letzter Sekunde – 5. Reacher-Band (Lee Child)

Wie gross ist die Chance, dass man sich vor einem pöbelnden Polizisten in Sicherheit bringen will und dabei als Anhalter von einer hübschen Frau aufgelesen wird, die einen als Killer engagieren möchte? Gleich null, richtig. Aber das ist nicht etwa die halbe Geschichte, sondern gerade mal die Einleitung zu “In letzter Sekunde”, dessen Titel sich übrigens auf das Finale bezieht. Wenn wir schon beim Finale sind: Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Profikiller sich in einer Situation, in der offensichtlich ein Szenario eintrifft, für das geplant wurde, völlig entgegen diesem Plan verhält? Klein, richtig. Aber trotzdem nötig, denn sonst wäre der Titel irgendwie sinnlos.

Amanda Greer hat mexikanische Wurzeln und ist mit einem reichen Texaner verheiratet, der sie schlägt. Und den sie eben deshalb umbringen will, sobald er aus dem Gefängnis entlassen wird. Das hätte eigentlich in einem Jahr sein sollen, ist aber dank entsprechenden Umständen schon in zwei Tagen soweit.

Jack Reacher glaubt der Dame zwar, was die Prügeleien angeht, verzichtet aber auf ihr Jobangebot als Killer. Und er tut gut daran, wie es scheint. Denn plötzlich sieht alles ganz anders aus als Amanda Greer es schilderte. Genau umgekehrt: Sie nutzt ihn aus.

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Zeit der Rache – 4. Reacher-Band (Lee Child)

Wieder mal ein Beispiel für schlecht übersetzte Originaltitel. Der vierte Jack Reacher-Roman heisst im englischsprachigen Original “The Visitor”, was ziemlich gut zu der etwas unheimlich anmutenden Geschichte um den geheimnisvollen Mörder mehrer Frauen passt, der einen bizarr anmutenden Tatort ohne jegliche verwertbare Spuren hinterlässt. Der deutsche Titel “Zeit der Rache” passt nur teilweise. Nämlich bis fast zum Ende der Geschichte, dann wird klar, dass er eigentlich nicht passt und nur mit zur Verwirrung unter der Leserschaft dient.

Aber wer Jack Reacher-Romane liest, lässt sich sicherlich nicht von seltsam gewählten Titeln stören. Also wundert er sich stattdessen viel mehr über andere Punkte:

Die Geschichte fängt gleich damit an, dass der Leser oder die Leserin in die Rolle des Mörders schlüpft. Der Leser wird mit “du” angesprochen und es werden Hypothesen, Überlegungen und Ideen durch besprochen. Was wäre, wenn du der Mörder wärst und dies oder jenes erreichen willst.

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Sein wahres Gesicht – 3. Reacher-Band (Lee Child)

Der dritte Roman von Lee Child in der “Jack Reacher”-Serie. Und es ist auch der dritte Roman um den Ex-Militärpolizisten Jack Reacher, den ich in Folge lese. Es ist interessant, wie sich Childs Stil innerhalb von drei Büchern stark spürbar änderte. Erzählte er im ersten Roman “Grössenwahn” noch einzig aus der Sicht der Hauptperson, kamen in “Ausgeliefert” parallel verlaufende Handlungsstränge hinzu. Und im dritten Buch nun werden regelrechte Spannungsbögen von den Geschichten verschiedener Protagonisten hin und zurück geschlagen.

Das macht den dritten Roman deutlich abwechslungsreicher als noch den ersten. Allerdings täuscht das Tempo, mit dem der Leser von hier nach da und weiter nach dort geholt wird, nicht abschliessend darüber hinweg, dass sich einige Ungereimtheiten eingeschlichen haben, oder zumindest Handlungen und Entscheidungen, die man irgendwie nicht so richtig verstehen kann. Aber Scheiss drauf, es ist durchwegs spannend und genau das will man, wenn man einen Jack Reacher-Roman liest.

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