Ludlum Robert

Die Halidon-Verfolgung (Robert Ludlum)

Nach den letzten paar Büchern gibt’s wieder mal schwerere Kost. Ludlum ist für meinen Geschmack sicherlich anspruchsvoller als etliche Autoren, von denen ich gerade gelesen habe.  Das liegt zum Teil am doch schon etwas älteren Schreibstil – längere Sätze, mehr Verschachtelung. Und am deutlich komplexeren Plot, der mal besser, mal schlechter wirkt.

Der Vorsitzende der dubiosen Dunston Limited, Julian Warfield, will den Landvermesser Alexander McAuliff engagieren. Er soll auf Jamaika eine grosse Fläche Land geophysikalisch vermessen und dafür die statte Summe von zwei Millionen Dollar erhalten. Man erinnere sich, als dieser Roman geschrieben wurde, war die Million noch mehr Wert als heute.

Dunston Ltd will in dem Gebiet eine ganze Stadt bauen – sagt Warfield zumindest. Tatsächlich steht aber die Übernahme von ganz Jamaika auf dem Plan. Das wollen verschiedene Akteure verhindern, allen voran (jedenfalls zu Beginn) der englische Geheimdienst, der deswegen McAuliff zwingt überredet, mit ihm zusammen zu arbeiten. Doch bald taucht der geheimnisvolle Begriff Halidon auf. Wer oder was versteckt sich dahinter? Ist es ein geheimes Konsortium, das als Konkurrenz für die kriminelle Dunstone Ltd fungiert? Ist es eine jamaikanische Organisation, die im Geheimen operiert? Viele kennen scheinbar den Begriff, aber für jeden ist er mit Geheimnissen verknüpft.

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Das Genessee-Komplott (Robert Ludlum)

Meine Güte, ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so lange an einem Roman hatte. Nicht, weil er besonders umfangreich wäre. Das Genessee-Komplott ist zwar kein Heftroman, besitzt aber auch keine epischen Dimensionen. Nein, der Grund ist anderswo zu suchen und ich überlege gerade, welche Worte am besten zutreffen, um die Situation zu beschreiben. Schwerfällig vielleicht, ja, das kommt der Sache nahe.

Die Idee hinter dem Plot ist an sich schon ziemlich komplex. Es geht um die Vermischung von Politik und Wirtschaft, an sich ein Thema, das nicht nur in den Sechzigern und Siebzigern der USA aktuell (und problematisch) war, sondern auch heute noch in Europa und anderswo zum Alltag gehört. Und in der Ausgabe, die ich las, hat Robert Ludlum auch ein längeres Vorwort geschrieben, was ihn damals zu diesem Roman bewegte.

Manchmal meine ich aber, dass es gerade für einen Roman durchaus angebracht wäre, die Dinge etwas einfacher darzustellen, als sie tatsächlich sind. Nicht selten war ich mir nicht sicher, ob

a) ich etwas überlesen hatte
b) ich zu dumm bin
c) Ludlum etwas patzte

Wie gesagt, die Idee für die Geschichte ist spannend und vielversprechend. Die Umsetzung ist für meinen Geschmack jedoch überhaupt nicht gelungen. Viel zu viele Personen, Namen und Funktionen. Viel zu viel Rahmengeschichte, die nicht wirklich nötig wäre. Viel zu viel „Unglaubliches“, das passiert, den Leser etwas ratlos zurücklässt, unrealistisch erscheint oder schlicht naiv ist.

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Die Matlock-Affäre (Robert Ludlum)

Jetzt glaube ich es: Dass Robert Ludlum seine Romane einfach so drauf los schrieb ist keine Legende, sondern Tatsache. Beim Osterman-Weekend hatte ich schon den Eindruck, bei der Matlock-Affäre ist es in meinen Augen sowas von klar.

Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich mich an einen moderneren Schreibstil gewöhnt habe, aber die Matlock-Affäre wirkt auf mich so wenig durchdacht und improvisiert, dass es mir stellenweise richtig schwerfiel, überhaupt weiter zu lesen. Dass Drogen in der Geschichte eine grosse Rolle spielen passt insofern, als man stellenweise einfach schlicht den Überblick verliert und nicht mehr versteht, ob das eben Gelesene jetzt überhaupt von Bedeutung ist oder nicht.

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Das Osterman-Wochenende (Robert Ludlum)

Schlechte Formatierung (e-Book-Version) und eher alter Schreibstil mit langen Sätzen, dazu noch viele Namen, machen die ersten Seiten zum Geduldspiel. Der Rest des Buches liest sich einigermassen angenehm, wenn man davon absieht, dass die Geschichte sehr konstruiert wirkt.

Worum geht’s? Die Ehepaare Tremayne, Cardone, Tanner und Osterman sind befreundet und treffen sich jährlich. Ausser den Ostermans wohnen alle in Saddle Valley, letztere reisen für das Freundestreffen jeweils aus LA an. Daher auch der Titel „Osterman-Weekend“.

Doch dieses Jahr geschehen eine Woche vor dem Treffen seltsame Dinge. Tanner wird unter einem Vorwand zum CIA geholt, wo man ihm eröffnet, dass seine befreundeten Paare unter Verdacht stehen, einer kriminellen Organisation namens Omega anzugehören. Die CIA jagt das scheinbar mächtige Omega schon länger und will ihm ausgerechnet dieses Wochenende eine Falle stellen. Eine Falle, die nur funktioniert, wenn Tanner mitspielt.

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Das Scarlatti-Erbe (Robert Ludlum)

Unglaublich viele für deutschsprachige Leser ungewohnte Namen begegnen einem in diesem Roman. Eine der Hauptpersonen kristallisiert sich aber schnell raus: Matthew Canfield, ein junger Buchprüfer, der für die US-Regierung arbeitet, und scheinbar zumindest intellektuell einige Fähigkeiten eines Geheimagenten zu haben scheint.
Scarlatti ist der Name eines italienischen Einwanderers, der es vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Multimillionenmann schaffte. Er baute ein Imperium auf, das nach seinem Tod durch seine Frau weiter geführt und irgendwann von den drei Söhnen hätte übernommen werden sollen. Einer der Söhne stirbt jedoch im Ersten Weltkrieg, ein zweiter entwickelte schon als Jugendlicher seltsame Marotten, die der Familie ein Dorn im Auge waren und sind.
Eben dieser Sohn, Ullster, knüpft während des Krieges Kontakt zu einem dubiosen deutschen Geschäftsmann, bringt Jahre später auf hinterlistige Weise ein Grossteil des Scarlatti-Vermögens an sich und taucht unter.

Canfields Vorgesetzte wittern, dass da etwas im Busch ist und setzen ihn auf Ullsters Fährte. Unterwegs knüpft er teils gewollt, teils auch ungewollt Kontakt zu Ullsters Mutter, die mehr dem Vermögen als dem Sohn nachjagt, und wird von ihr für eine grosszügige Gage eingestellt.
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