Codename November (Bill Granger)

Keine Ahnung, ob ich da von der Marketingabteilung meines Buchhändlers in die Irre geführt wurde oder mir einfach aufs Gratwohl eingebildet hatte, das hier wäre was Neues. Ist es nicht. „The November Man“, wie der Roman im Original heisst, erschien 1979. Der deutsche Titel ist etwas irreführend, würde man doch die wörtliche Übersetzung „Der November-Mann“ als angebracht erwarten. Und diesen Titel gibt’s auf Deutsch tatsächlich auch, er betitelt aber den sechsten Band (englischer Titel „There Are No Spies“). Würd‘ ich mal so salopp als sehr unglücklich bezeichnen.

Der Hauptteil der Geschichte spielt im Irland von damals (1979), also mit den ganzen Spannungen, Anschlägen der IRA, und so weiter. Will heissen: Man muss sich schon ein bisschen umstellen.

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Darum kann ein E-Book teurer sein als ein Taschenbuch

Ich habe mich schon öfters gewundert, warum in (zum Glück) seltenen Fällen ein E-Book teurer ist als ein Taschenbuch des selben Romans. Vor gut einem Jahr habe ich das auch mal hier im Blog festgehalten und einfach mal auf gut Glück gefragt, ob mir das jemand erklären könne. Da hat sich niemand gemeldet, aber eine Erklärung habe ich mittlerweile trotzdem.

Aktuell ging es um den Roman „Der letzte Befehl“ von Lee Child. Auf Englisch ist der schon lange raus, die deutsche Übersetzung gibt’s seit Sommer 2017. Und die aktuelle Situation im Online-Shop von meinem bevorzugten e-Book-Lieferanten sieht wie folgt aus:

Wie man feststellt, ist das E-Book günstiger (nicht viel, aber immerhin) als die gebundene Ausgabe, jedoch deutlich teurer als das Taschenbuch. Sogar teurer als das Hörbuch, das vermutlich am aufwändigsten zu produzieren ist.

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Ragdoll – Dein letzter Tag (Daniel Cole)

Mit Ragdoll ist Daniel Cole ein sehr erfolgreicher Debütroman gelungen. Angeblich erschien der Roman in fast drei Dutzend Ländern, ist ein Bestseller und hat schon eine TV-Serienproduktion in Planung. Sehr schön, dass Cole in Interviews betont, dass Ragdoll zwar ausschaut, als wäre es sein Über-Nacht-Erfolg, er tatsächlich aber seit sechs Jahren gekämpft hat, überhaupt einen Verlag zu finden. Das relativiert den Erfolg dann doch wieder auf ein sympathisch ernüchterndes Mass.

Der Klappentext ist angsteinflössend und deutet schon klar an, dass es sich um harte Kost handelt. Ich habe vor lauter Angst, nicht mehr schlafen zu können, die Lektüre einige Wochen hinausgezögert. Ganz so schlimm ist die Geschichte dann doch nicht. Krank, ja. Hässlich, ja, wenn man sich das Gelesene jeweils bildlich vorzustellen versucht.

Im Wesentlichen geht es um eine Liste, die ein Mörder veröffentlicht. Darauf sind sechs Personen aufgeführt mit dem jeweiligen zukünftigen Datum ihrer Ermordung. Die Namen scheinen willkürlich zusammen gestellt, obwohl fast vom ersten Moment an fest zu stehen scheint, dass ein Zusammenhang da sein muss. Der letzte auf der Liste ist Wolf, ein äusserst umstrittener Detective der Metropolitan Police von London.

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