Goodbye, Jehova! (Misha Anouk)

Der Autor ist in einer Zeugen Jehovas-Familie aufgewachsen. Und damit hat er als Kind ein ziemlich anderes Weltbild vermittelt bekommen als der Grossteil der Gesellschaft. Regeln, Verbote und Ansichten der Sekte wurden ihm von klein auf indoktriniert.

Viele wissen vermutlich nicht viel mehr von den Zeugen Jehovas als dass sie in regelmässigen Abständen an der Haustüre klingeln, ein Gespräch oder ein paar Broschüren da lassen möchten.  Vieles, das man sonst über sie hört, scheinen eher übertriebene Gerüchte zu sein als wirklich der Wahrheit zu entsprechen. Da könnte man allerdings überrascht sein nach der Lektüre von Mischa Anouks Buch.

Schonungslos, offen und ehrlich schreibt der Sektenaussteiger über seine Kindheit, das Heranwachsen zum jungen Erwachsenen und schliesslich seinem Ausstieg. Dabei macht er auch nicht halt vor sehr persönlichen Gedanken und Gefühlen. Dass die wirklich schwierige Zeit dabei erst nach dem erfolgreichen Ausstieg kam, dürfte auch viele verwundern.

Im Grunde sind die Zeugen Jehovas nicht viel anders als die zahlreichen Freikirchen hierzulande mal waren. Letztere haben sich in den letzten Jahrzehnten einfach stark entwickelt und verändert. Dass die Zeugen Jehovas nach wie vor in fast unveränderter Form existieren, ist in der heutigen aufgeklärten Gesellschaft eigentlich schon erstaunlich. Und bedenklich zugleich. Ich wusste nämlich zum Beispiel nicht, dass die Zeugen Jehovas Bluttransfusionen strikte ablehnen. Wenn ein Erwachsener einen Unfall hat und danach auf eine Transfusion verzichten will und den Tod in Kauf nimmt, ist das eine (nämlich seine) Sache. Entscheiden aber fanatische Gläubige, dass ihr verunfalltes Kind kein Blut gespendet bekommen darf, weil das gegen den Glauben verstosst, dann gehört das meines Erachtens verboten.

Ich hoffe, dass jeder, der sich überlegt, sich den Zeugen Jehovas anzuschliessen, erst Misha Anouks Buch liest. Wer sich dann immer noch auf die Sekte einlassen will, bitte sehr. Er oder sie weiss dann wenigstens, was ihn oder sie erwartet.

Im Übrigen hoffe ich, dass möglichst viele junge Menschen, die in diese Sekte ungefragt und hilflos hineingeboren wurden, „Goodbye, Jehova“ heimlich lesen und – wenn sie wollen – den Ausstieg ebenfalls erfolgreich und ohne bleibende Schäden schaffen.

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