Der Auftrag (David Baldacci)

Dies ist der fünfte Band aus der Camel Club-Reihe um Oliver Stone. Es empfiehlt sich, die Camel Club-Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Die Reihe beginnt mit „Die Wächter„. 


Was für eine Wendung. Vom knorrigen Anführer einer Rentner-Möchtegern-Detektiv-Gruppe namens Camel Club wird Oliver Stone zum offiziell ernannten Ermittler im Auftrag der Regierung. Sein Job ist die Aufklärung einer Bombenexplosion im Lafayette-Park gegenüber dem Weissen Haus, der er selber fast zum Opfer gefallen wäre, und der heftiger Beschuss folgte.

Ausser ihm waren vier weitere Personen im Park: Ein Jogger, der plötzlich verschwand. Ein Rapper, der offensichtlich eine Waffe trug. Ein Anzugträger mit Aktentasche, der ein Denkmal studierte. Und eine Frau, die auf einer Bank sass und telefonierte.

Warum explodiert eine Bombe in einem fast leeren Park? Und warum wird der Park anschliessend mit zahlreichen Salven beschossen, getroffen wird aber niemand? Und warum ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als der britische Premierminister das Weisse Haus besucht? Hätte er das Ziel sein sollen?

Stone arbeitet mit Mary Chapman, einer britischen MI6-Agentin zusammen und stolpert von Detail zu Detail. Leider dauert das Stolpern in meinen Augen viel zu lange. Der neu gesetzte Baum, die Bombe im Basketball- das alles dauert einfach viel zu lange und führt zwar immer wieder zu spannenden Sequenzen. Doch es fehlt die Cleverness, die Baldacci ansonsten häufig benutzt, um verschiedene Handlungsstränge letztlich zu verknüpfen. Viel mehr werden den Ermittlern in „Der Auftrag“ immer wieder Informationshäppchen zugeworfen. Als Leser fragt man sich da mit Oliver Stone: Warum wird das nicht von Anfang an mitgeteilt?

Die Antwort ist einfach: Würde alles, was Stone im Laufe der Ermittlung von seinen Auftraggebern erfährt, von Anfang an bekannt sein, wäre die Geschichte wohl nur halb so lang. Und wenn ich etwas hasse, dann sind es Geschichten, die künstlich in die Länge gezogen erscheinen. „Der Auftrag“ ist so ein Fall.

Es gibt einfach zu viele Szenen, bei denen man sich schwer vorstellen kann, dass sie so ohne weiteres möglich sind. Und auch der Zweck, den die Bombenexplosion tatsächlich hatte, wäre viel, viel einfacher zu erreichen gewesen. Aber Baldacci versucht, die Geschichte im Stil von Baldacci zu stricken: Komplexe Handlungsstränge, die am Ende zusammen führen. Komplex sind sie, aber auch langatmig, unglaubwürdig und damit letztlich nicht gut.

„Der Auftrag“ ist völlig anders als die anderen Camel Club-Bücher. Eigentlich hätte Baldacci im dritten Band ein überzeugendes Ende für die Reihe gehabt. Dann hat er mit dem vierten Band noch einen dran gehängt, was man so auch noch stehen lassen kann. Aber mit dem fünften Band hat er’s übertrieben. Er hat es verpasst, die Camel Club-Sage rechtzeitig zu beenden. Eigentlich erstaunlich, hat er doch noch genügend andere Serien, die er fortsetzen könnte. Ist ja nicht so, dass er mit dem Ende des Camel Clubs nichts mehr zu Schreiben hätte.

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