Projekt Goliath (Matthias Bürgel)

Wenn ich das richtig aufgeschnappt habe ist Matthias Bürgel von Beruf Polizist. Und neuerdings auch Romanautor. „Projekt Goliath“ ist sein Erstlingswerk, auch wenn man das beim Lesen kaum zu glauben scheint. Denn die Geschichte ist so packend wie realistisch und gerade vielschichtig genug, dass es nicht eintönig wird und doch noch komplex genug.

Im Wesentlichen geht’s um Terroristen, die einen gerade erst entdeckten Ebola-Ableger, zu dem es noch keinen Impf- und Gegenwirkstoff gibt, dazu verwenden wollen, Westeuropa anzugreifen. Um überhaupt an den Erreger zu kommen, entführen sie die Tochter eines führenden Wissenschaftlers. Damit zwingen Sie ihn, ihm alle vorhandenen Erreger auszuhängigen.

Dass sich damit das Virus in den Händen der Terroristen befindet, ist ein Problem. Das grössere Problem ist allerdings, dass die Wissenschaftler gleichzeitig keine Version davon haben um ihre Impfmittelforschung zu betreiben. Damit sind sie einem allfälligen Angriff hilflos ausgeliefert.

Der Hauptteil des Romans schildert nun, wie die Wissenschaftler versuchen, ein Mittel gegen den Ebola-Ableger zu finden und dabei noch einem Maulwurf zum Opfer zu fallen scheinen. Gleichzeitig begleitet der Leser den Vater der Hauptfigur, wie der sich im Nahen Osten auf die Suche nach der entführten Tochter begibt und dabei letztlich erfolgreich ist, wenn gleich man da zwischendurch alle beide Augen zudrücken muss, um die Abläufe noch als einigermassen realistisch akzeptieren zu können.

An Action mangelt es jedenfalls genau so wenig wie an Spannung. Und die Tatsache, dass mit Islamismus und Flüchtlingswelle zwei Themen aufgegriffen werden, die den Westeuropäer verstärkt beschäftigt, verleiht dem Buch eine zusätzliche Brisanz. Die Szenarien werden mitunter so realistisch geschildert, dass man schon hofft, wie würden nie eintreten.

Dass ein Romandebut gleich so klar und in vielerlei Hinsicht zu überzeugen vermag, ist schon ein Hinweis dafür, dass wir gespannt sein dürfen, was von Matthias Bürgel noch kommen wird. Ein Name jedenfalls, den ich auf’m Radar behalten möchte.

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