Way Out – 10. Reacher-Band (Lee Child)

Mich stören ein paar Dinge an Jack Reacher. Die Fantasie bezüglich Gewalt, die Lee Child offenbar hat, kommt in „Way Out“ zwar nicht in jedem Fall zur Anwendung, wird aber deutlich genug beschrieben.

Dass ein stetig Reisender möglichst kein Gepäck dabei haben will, leuchtet ein. Aber dass er ein paar Tage lang getragene Kleider regelmässig wegwirft und sich einfach neue kauft, will mich nicht so recht überzeugen, begeistern schon gar nicht.

Reacher erträgt es nicht, sesshaft zu werden. Doch obschon er in jedem Roman mit der weiblichen Protagonistin ins Bett steigt und sozusagen eine Beziehung eingeht, verschwindet er von der Bildfläche, sobald der Rauch des letzten Showdown-Schusses verzogen ist.

Ausserdem ist der deutsche Titel so was von dämlich. Er ist nämlich nicht einmal deutsch, sondern englisch. Aber statt dass man – wenn schon englisch –  einfach den Original-Titel „Hard Way“ übernahm, hat man einen anderen Zwei-Wort-Titel gewählt. Dahinter wird irgendeine Überlegung stecken, die ich wohl nie verstehen würde. So weit, so gut. Darüber hinaus ist „Way Out“ ein solider und extrem spannender Thriller. Wohl einer der besten Reacher-Romane bisher.

Der ehemalige Militärpolizist wird durch zufällige Umstände von einem Ex-Militär namens Lane angeheuert, der mittlerweile eine Art Privatarmee führt. Doch das ist nicht der Grund, warum dieser Reacher einstellen will, viel mehr soll Reacher ihm in einem Entführungfall helfen. Seine Frau mit ihrem Kind wurde nämlich entführt. Man verlangt Geld. Viel Geld. Erst eine Million. Dann weitere fünf. Und später noch mehr.

Reacher tappt scheinbar ewig im Dunkeln, man wundert sich schon, wie er da jemals ein Licht am Ende des Tunnels sehen sollte. Bis er in knochenharter Ermittlerarbeit nach und nach ein Stückchen hier und ein Stückchen da herausfindet und ätzend langsam eine Spur findet, die ihn ebenso langsam voran bringt.

Hilfe bekommt er von unerwarteter Seite. Doch unerwartet ist nicht nur die Unterstützung, sondern auch die eine oder andere Erkenntnis, die Reacher während seiner Ermittlung erlangt. Alles ist anders als es scheint. Und dann gleich nochmals anders. Oder doch nicht. Schritte, die Reacher voran bringen, wechseln sich ab mit Sackgassen und damit verbundenen Rückschlägen.

Letztlich findet Reacher den Entführer von Lanes Frau. Doch vorher findet er einen von Lanes ehemaligen Leuten. Einer, der skrupellos im Kampf zurück gelassen wurde und jahrelang in Gefangenschaft gelebt, gefoltert und verstümmelt wurde. Reacher beschliesst, den Entführer Lane ans Messer zu liefern, sich dafür eine Million auszahlen zu lassen, das Geld dem Verstümmelten zu geben und Lane umzubringen.

Doch in dem Moment, als Jack Reacher den Aufenthaltsort des Entführers mitteilt, geht ihm ein Licht auf. Er hat einen Fehler gemacht. Keinen schlimmen Fehler, sondern einen katastrophalen Fehler. Und jetzt rennt ihm die Zeit davon.

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