Sniper (9. Reacher-Band) – Lee Child

Wow! Romane sind natürlich Geschmacksache. Aber für mich war das einer der spannendsten Reacher überhaupt. Lee Child hat ihn wiederum in der dritten Person geschrieben, was ihm Ausflüge in diese oder jene Richtung ermöglichten und beim Leser zur Spannung auch noch Abwechslung besorgt, weil man miterlebt, was die Ermittler unternehmen, was Reacher tut und wie sich die Verbrecher organisieren. Den Hauptteil der Geschichte begleitet der Schreiber allerdings die Hauptperson, Jack Reacher.

Der ist gerade in eine Stadt gekommen, weil er von einem Attentat hörte, das ein ihm bekannter ehemaliger Soldat verrichtet haben soll. Zu viel will ich nicht verraten, deshalb schreibe ich hier mal nicht, warum genau das Reacher zu einer Reise nach Indiana bewegte.

Was von Beginn an nach glasklarer Kiste ausschaut, bekommt nach und nach Sprünge in der Glaubwürdigkeit. Was ist hier wirklich vorgefallen? Wer was gemacht hat, scheint weitgehend klar zu sein. Doch warum? Und warum auf diese nicht einleuchtende Weise, mit so vielen Spuren.

Erst sieht’s nach guter Ermittlung und Täter-Pech aus. Später fragt man sich, warum der Täter so viele Spuren legte. Oder waren die Spuren für ganz was anderes da?

Nicht ganz einleuchtend ist der Fehler, der für Reacher ganz untypisch ist: Er kümmert sich – wie die offiziellen Ermittler auch – viel zu lange um den Täter und seine Sicht, statt sich für die Opfer zu interessieren. Aber dass er nicht immer einen klaren Kopf haben kann, wenn er selber von der Polizei eines Mordes verdächtigt wird und flüchten muss, ist verständlich.

Lange, lange ist überhaupt nicht mal ansatzweise klar, worum es hier überhaupt geht. Und wenn dann so langsam, Stück für Stück, die Lösung präsentiert wird, erscheint das – wie so oft – nicht ganz glaubhaft. Und vor allem müsste dann die Organisation, die hinter dem Ganzen steckt, irgendwie noch grösser sein, reguläre Mitarbeiter haben und dergleichen. Darüber schweigt sich die Geschichte aber komplett aus.

Nun, ich kann problemlos darüber hinweg sehen und lade schon mal den nächsten Reacher auf meinen E-Book-Reader. Doch vorher habe ich eine 90-Minuten-Pendenz: Ich schaue mir nämlich die Verfilmung von „Sniper“, dem neunten Reacher-Buch, an. Das hat für mich eine gute und eine ganz schlechte Seite. Die gute ist sicher, dass es beste Unterhaltung geben wird – ich bin sehr gespannt, wie vorlagengetreu das Drehbuch war.

Die schlechte Seite allerdings, und das kotzt mich jetzt schon an, ist die Tatsache, dass einer der in meinen Augen am meisten überbewerteten Schauspieler die Rolle von Reacher spielt: Tom Cruise. Der Scientologe ist so ungefähr der Typ, der mir ganz am Schluss in den Sinn käme. wenn ich die Rolle des Jack Reacher hätte besetzen müssen. Aber eben, was will man machen.

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