Hüte dich vor dem Kindle

Amazon als wohl weltgrösster Buchhändler bietet seit Jahren den Kindle als E-Book-Reader an. Man müsste meinen, dass die damit den elektronischen Buchhandel längst revolutionieren und für sich entscheiden konnten. Doch wenn man von der Buchbranche hört, dass nach wie vor nur ein tiefer einstelliger Prozentsatz des Umsatzes auf die E-Books fällt, scheint dem nicht so zu sein.

Wenn man sich die Sache genauer anschaut, versteht man auch wieso. Der Kindle kann das am weitesten verbreitete Format EPUB nämlich nicht lesen und setzt stattdessen auf eine amazoneigene Dateierweiterung, mit der wiederum so ziemlich alle anderen Geräte Mühe bekunden.

Amazon nutzt seinen guten Namen dazu, den Kindle an die Kundschaft zu bringen. Wer einen Kindle hat, ist sozusagen gezwungen, alle E-Books auch bei Amazon zu kaufen. Es sei denn, man nimmt es in Kauf, jeweils mühsame Konvertierungen vorzunehmen.

Für mich absolut unverständlich, wie Amazon einen derart sturen eigenen Weg gehen will und dabei in Kauf nimmt, dass halt alle, die keinen Kindle haben, automatisch auch nicht bei Amazon kaufen. Eine wenigstens teilweise Öffnung des Datei-Formats auf beide Seiten würde Amazon in meinen Augen mehr nützen.

Bisher habe ich geschätzte 90% meiner (Papier-)Bücher bei Amazon gekauft. Mit meinem Sony E-Book-Reader wird dieses Volumen, abgesehen von dem einen oder anderen Papier-Buch, ab sofort auf gegen 0% sinken.

Das kann doch auch nicht das Ziel sein, oder Amazon?

Tagged: Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.