Gekreuzigt (Martin Olden)

GekreuzigtDie neunzehnjährige Schülerin Beatrice wird erwürgt aufgefunden. Die Ermittlungen führen die Kriminalhauptkommissare Bernd Steiner und Karol Makourek in den Benediktinerorden, der Träger des Gymnasiums ist. Dutzende Mönche, 70 Lehrer und über 100 weitere Angestellte leben und arbeiten auf dem Gelände. Doch ins Visier der Ermittler gerät bald einer der Mönche. Pater Thomas ist so gar nicht der typische Mönch. Er hat Psychologie studiert und hat Bekanntheit erlangt durch seine Literatur, die nicht selten romantisch oder gar erotisch angehaucht ist. Ausserdem ist es offenkundig, dass er eine Freundschaft mit der ermordeten Beatrice pflege. Wie weit diese ging, weiss niemand wirklich.

Doch Bernd Steiner hat sich auf Pater Thomas eingeschossen. Dass ihn Pater Thomas an seine Kindheit erinnert, als sein Bruder ermordet wurde, lässt die Wut in ihm ins Unermessliche steigern. Das wird ihm auch da und dort zum Verhängnis. Er überschreitet Grenzen, denen ein Ermittler nicht mal nahe kommen sollte. Er wird handgreiflich, beleidigt und beschimpft Verdächtige. Natürlich überhaupt nicht denkbar, dass so eine labile Persönlichkeit als Polizist im Aussendienst ist. Aber hey, irgendwie witzig, wenn die Hauptfigur mal kein richtiger Held, sondern mehr ein Arschloch ist.

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Die Halidon-Verfolgung (Robert Ludlum)

Nach den letzten paar Büchern gibt’s wieder mal schwerere Kost. Ludlum ist für meinen Geschmack sicherlich anspruchsvoller als etliche Autoren, von denen ich gerade gelesen habe.  Das liegt zum Teil am doch schon etwas älteren Schreibstil – längere Sätze, mehr Verschachtelung. Und am deutlich komplexeren Plot, der mal besser, mal schlechter wirkt.

Der Vorsitzende der dubiosen Dunston Limited, Julian Warfield, will den Landvermesser Alexander McAuliff engagieren. Er soll auf Jamaika eine grosse Fläche Land geophysikalisch vermessen und dafür die statte Summe von zwei Millionen Dollar erhalten. Man erinnere sich, als dieser Roman geschrieben wurde, war die Million noch mehr Wert als heute.

Dunston Ltd will in dem Gebiet eine ganze Stadt bauen – sagt Warfield zumindest. Tatsächlich steht aber die Übernahme von ganz Jamaika auf dem Plan. Das wollen verschiedene Akteure verhindern, allen voran (jedenfalls zu Beginn) der englische Geheimdienst, der deswegen McAuliff zwingt überredet, mit ihm zusammen zu arbeiten. Doch bald taucht der geheimnisvolle Begriff Halidon auf. Wer oder was versteckt sich dahinter? Ist es ein geheimes Konsortium, das als Konkurrenz für die kriminelle Dunstone Ltd fungiert? Ist es eine jamaikanische Organisation, die im Geheimen operiert? Viele kennen scheinbar den Begriff, aber für jeden ist er mit Geheimnissen verknüpft.

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Solothurn streut Asche (Christof Gasser)

Solothurn streut AscheSchon wieder ist es mir passiert: „Solothurn streut Asche“ ist der zweite Roman in dieser Reihe. Und einmal mehr fehlt der meines Erachtens dringend nötige Hinweis auf dem Cover des Buches. Ich versteh‘ das echt nicht. Sind dahinter Marketing-Überlegungen? So berühmt ist Herr Gasser ja nicht, dass ohnehin jeder wüsste, welche Band grad der aktuellste ist. Irgendwann kann mir das vielleicht jemand erklären. Ich ärgere mich einfach zu oft.

Nun, zum Buch. Die Geschichte spielt – tatata – in Solothurn. Und die Hauptfiguren sind Kommissar Dornach und sein Team, die rätselhafte Morde im Umfeld einer ominösen katholischen Sekte zu lösen haben. Was anfangs völlig zusammenhanglos erscheint, verdichtet sich dabei immer mehr zu einer gewaltigen Sache, deren Hintergründe die Protagonisten (und auch die Leser) in die Abgründe religiösen Wahns führen. Die Personen und Ereignisse in diesem Buch sind fiktiv. Aber als Leser zweifelt man keine Sekunde daran, dass dies genau so irgendwann an mehreren Orten geschehen ist.

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In letzter Minute (David Baldacci)

Hinweis: Dies ist der sechste Band in der Reihe um „King & Maxwell“. Es empfiehlt sich, diese Romane in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Hier geht es zum ersten Band. 

In Afghanistan wird ein geheimer Transporter überfallen und die stattliche Summe von einer Milliarde Euro in Bargeld entwendet. Der Soldat, der für den Transport verantwortlich war, wird des Diebstahls beschuldigt und ausserdem von denen gejagt, die ihm die Kohle abgeluchst haben. Auf sich alleine gestellt versucht er aus dem Gebiet zu entkommen, in dem tausende Menschen sind, die Amerikaner hassen. Er hat keine Ahnung, wer seine Mission verraten hat, wer ihn ausgeraubt hat und wie er je wieder seinen Sohn Tyler sehen kann.

Der hat derweil Besuch von der Army erhalten. Sein Vater sei in Afghanistan gefallen. Doch Tyler glaubt das nicht, weil er nach dem angeblichen Todesdatum noch eine Mail von seinem Dad erhalten hat. Er engagiert Sean King und Michelle Maxwell, um die Wahrheit herauszufinden. Aber die beissen dabei überall auf Granit und geraten selber ins Visier von kaltblütigen Killern.

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Fünf vor zwölf (David Baldacci)

Hinweis: Dies ist der fünfte Band in der Reihe um „King & Maxwell“. Es empfiehlt sich, diese Romane in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Hier geht es zum ersten Band. 

Sean King und Michelle Maxwell werden von einem befreundeten Anwalt angeheuert, die Unschuld eines seiner Mandaten zu beweisen. Noch bevor die zwei ankommen und sich über den Stand der Dinge informieren lassen können, wird der Anwalt umgebracht. Ausgerechnet die beiden entdecken die Leiche. Und weil ausser Michelle und Sean weit und breit niemand beim Opfer ist, gelten die zwei schon mal als Tatverdächtige. Tolle Ausgangslage. Aber ungefähr so fängt die Geschichte tatsächlich an, von einem sehr düster-unheimlichen Intro abgesehen, das einen an Folterszenen erinnert, obwohl es keine zu sein scheint.

Der eingebuchtete Mandant heisst Edgar Roy und spricht kein Wort mehr und hat seine Augen nur noch leer auf einen fiktiven Punkt irgendwo im Nirgendwo gerichtet. Das ist keine grosse Hilfe für zwei Ermittler, die seine Unschuld beweisen sollen, aber noch nicht einmal richtig wissen, wer er ist. Denn die berufliche Vergangenheit, die Roy hat,, schein je länger je weniger dem zu entsprechen, was man Sean und Michelle gegenüber erzählte. Da muss mehr dahinter stecken.

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